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Erste Einwanderungswelle 1824 - 1830

   
     

Von der Entdeckung im Jahr 1500 bis 1822, dem Jahr der brasilianischen Unabhängigkeit, wurden viele Deutsche von fernen Brasilien angezogen. Es waren Einzelpersonen und Leistungen Einzelner, die an der Entwicklung Brasiliens mitwirkten.
Die Grundlage zu einer organisierten Einwanderung ist das Regierungsdekret vom 16.März 1820 von König Joao VI. In diesem Dekret werden "andere Länder" und spezifisch die "verschiedenen deutschen Länder" aufgefordert, die Einwanderung nach Brasilien zu unterstützen. Dem Einwanderer wurden ein grosse Stück Land und weitere Vergünstigungen zugesagt, um die Bildung von "Kolonien" zu fördern.

Bevor das Dekret offiziell wurde, waren schon 1818 einige landwirtschaftliche Siedlungen auf dieser Grundlage angelegt worden. In diesem Jahr kauften deutsche Einwanderer unter Leitung des Naturforschers Georg Wilhelm Freyreiss grosse Ländereien in der Nähe von Vila Viçosa im heutigen Bundesstaat Bahia. Sie nannten die Ansiedlung Leopoldina. Auch Major Dr.Georg Anton von Schäffer kaufte sich dort 1821 Ländereien, welche er nach seiner Herkunft Frankental nannte.

Eine Gruppe Schweizer aus dem Kanton Freiburg, wo in den Vorjahren eine Hungersnot herrschte, gründete 1819 den Ort Nova Friburgo, 160km nordwestlich von Rio de Janeiro. 1824 kamen dorthin auch über 300 Protestanten aus Rheinhessen zusammen mit Pastor Friedrich Sauerbronn. Dieser war der erste evangelische Pastor in Brasilien.

Am 25.Juli 1824 wurde im heutigen südlichsten Bundesland Brasiliens, Rio Grande do Sul, die deutsche Siedlung São Leopoldo bei Porto Alegre gegründet. Die Siedlergruppe kam auf Veranlassung von Kaiserin Leopoldine dorthin. Diese "organisierte" Einwanderung wird als der Beginn von vielen darauf folgenden "Einwanderungen in Gruppen" betrachtet. São Leopoldo wurde eine vorbildliche kleinbäuerliche Ortschaft mit Grundstücken um die 70ha, die ohne Sklaven bewirtschaftet werden konnten. Die Siedlung entwickelte sich nicht nur in der Landwirtschaft, wo die Bauern die ihnen bekannten landwirtschaftlichen Geräte wie Pflug und Egge einsetzten und durch die weitgehende Ablösung der bis dahin in Brasilien ausschliesslich genutzten Hacke ihre Produktivität steigerten, sondern sie wurde gerade auch wegen ihrer Manufakturen, der Kaufleute und Handwerker tonangebend. Dazu trug auch der von deutschen Einwanderern und Wagenbauern in Brasilien heimisch gemachte vierrädrige Pferdewagen bei.

Bis 1830 wurden weitere neun Siedlungen angelegt, die sich mit ganz unterschiedlichem Erfolg weiterentwickelten. Mit dieser ersten Einwanderungswelle kamen über 10.000 deutsche Menschen ins Land.


Auszug aus dem Buch: "A História Alemã do Brasil - die deutsche Geschichte Brasiliens" - Copyright © AHK-São Paulo - Câmara de Comércio e Indústria Brasil-Alemanha 2002

 

Übersicht
Zeittafel der Geschichte
Deutsche Einwanderer
Hans Staden
Dr. Blumenau
Aufbau mit Deutschen
Erste Einwanderungswelle
Zweite Einwanderungswelle
Dritte Einwanderungswelle
Handel & Transportwesen
Einwanderer in Joinville
Einfluss der Religionen
Telegraphennetz
Völkerkunde

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