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1914
Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges
bricht das Kautschuk-Monopol zusammen. Die Engländer hatten die Samen des Gummibaums ausser Landes
geschmuggelt und in Ceylon und Malaysia Plantagen angelegt.
1920
Erste Bundesuniversität in Rio de Janeiro.
1928
Die Kaffeekrise schwächt die brasilianische Exportwirtschaft.
1929/1930 Verfall der Kaffeepreise.
1930 - 1945
Der populistische Präsident Getúlio Vargas stärkt die Zentralregierung
auf Kosten der lokalen Verwaltungen und lässt in Brasilien erste Gewerkschaften
zu. Während seiner Regierungszeit verlieren sich die Trennlinien zwischen
demokratischem und faschistischem Gedankengut zunehmend. 1945 wird
Getúlio Vargas von den Militärs zum Rücktritt gezwungen, dessen Popularität
beim Volk schon zuvor wegen seine kaum verhohlenen Sympathien für
Mussolini und Hitler, geschwunden war.
1942
Brasilien tritt auf Seiten der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg
ein. Nach Torpedierung eines brasilianischen Schiffes durch die deutsche
Seeflotte tritt ein Krieg gegen Deutschland und Italien ein. In Südbrasilien
wird Deutsch im Schulunterricht verboten. Ein Hilfkorps wird auf den
italienischen Kriegsschauplatz entsandt.
1946
Unter dem vom Volk gewählten Präsidenten Enrico Gaspar Dutra tritt
eine neue demokratische Verfassung am 16.09. in Kraft.
1950
Getúlio Vargas kehrt durch überwältigenden Wahlsieg an die Macht
zurück, da der seit 1946 amtierende Präsident, Eurico Gaspar Dutra,
die Probleme, die die rasche industrielle Entwicklung mit sich bringt,
nicht zu lösen vermochte.
Einweihung des grössten Fussballstadions der Welt am 10.06. in Rio de
Janeiro - das Maracanã.
1953
Vargas setzt auf ökonomische und soziale Reformen, er öffnet das
Land für Investoren und fördert die Ansiedlung der ausländischen Industrie
- Gründung der Mercedes Benz do Brasil S.A. in São Paulo und VW -
Negative Begleiterscheinung: Die Inflation erhält erstmals einen gewaltigen
Auftrieb.
1954
Nach einer beispiellos hitzigen und verleumderischen Hetzkampagne
der konservativen Presse fordern die brasilianischen Streitkräfte
Präsident Vargas ultimativ zum Rücktritt auf. Vargs wird am 24.08.
im Regierungspalast tot aufgefunden, die meisten Quellen sprechen
von Selbstmord.
1956
Die kluge Politik von Präsident Juscelino Kubitschek und und seines
Vizepräsidents João Goulart berücksichtigt die ausländischen Interessen
in Brasilien, ohne das Ziel, die Rückständigkeit des Landes zu beenden,
aus den Augen zu verlieren.
Eröffnung der ersten Goethe-Institute in Porto Alegre und Curitiba.
1958
Erstmalige Fussball-Weltmeisterschaft Brasiliens in Schweden.
1960
Brasília wird als neue Hauptstadt eingeweiht, Rios Bedeutung nimmt
spürbar ab. Kuba-Krise; auch in Brasilien wächst die Furcht vor einem
linken Umsturz.
1961
Bei einem Autounfall kommt der visionäre Staatsmann Kubitschek
ums Leben.
1964
Präsident João Goulart wird wegen seiner linksorientierten Politik
und seinen freundschaftlichen Kontakten zur kubanischen Castro-Regierung
vom Militär gestürzt. General Humberto de Alencar Castelo Branco verwandelt
Brasilien in eine Militärdiktatur. Die Junta nimmt astronomisch hohe
Auslandsschulden in Kauf, um die sogenannten "pharaonische Grossprojekte",
wie den Itaipu-Staudamm, die Transamazônica und die Eisenerzförderung
in Carajás, im Herzen des Amazonasregenwalds, voranzutreiben. Zahlreiche
Intellektuelle und namhafte Künstler gehen ins Exil.
1964-1985
Brasilien lebt unter einer Militärdiktatur; die Wirtschaftspolitik
fördert (staatliche) Grossbetriebe und Grossprojekte zur Erschliessung
natürlicher Ressourcen, die Brasilien von der Rohstoffeinfuhr unabhängiger
machen sollen. Brasilien wird zum "Schwellenland" (Energiezeugung,
Luftfahrt, Rüstungsguter, Mikroelektronik); gleichzeitig dirigistische
Lohnpolitik und Ausschaltung der Gewerkschaften. Von den hohen Wachstumsraten
profitieren nur Mittel- und Oberschicht. Ungleiche Einkommensverteilung,
die galoppierende Inflation und die drastisch gestiegene Auslandsverschuldung
führen zu einem Scheitern der Wirtschaftspolitik.
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