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Die Stadt São Paulo
liegt im gleichnamigen Staat, mit 31 Millionen Menschen. Hier findet
man von allem etwas: die rauchenden Industrieanlagen, Strände die
mit denen Rios konkurrieren können, eine grosse Anzahl äusserst
reizvoller Urlaubsorte in den Bergen, aber auch fruchtbare Anbaugebiete.
Im fast 8.000km² grossen Häusermeer existieren 1.250 Restaurants
der verschiedensten Küchen, 134 Kinos, 43 Theater, 48 Museen und
49 Bibliotheken. 9.000 Linienbusse quälen sich durch das Verkehrsgewühl,
auch mehr als ein Drittel der in Brasilien registrierten Hubschrauber
knattern über São Paulo, sie ermöglichen es Geschäftsleuten, ihre
Termine einzuhalten und den Besuchern verschafft erst ein Helikopter-Flug
ein umfassendes Bild dieser Megametropole.
São Paulo besitzt zwar keine Altstadt mehr, ist dafür aber um so
mehr modernes Kulturzentrum, das eine Fülle interessanter Sehenswürdigkeiten
bietet. Der eigentliche Kern São Paulos besteht aus einer luftigen
Esplanade und einer Handvoll weisser Bauwerke, Pátio do Colégio
genannt. Genau hier gründeten die Jesuiten Anchieta und Nóbrega
1554 die Mission São Paulo de Pirantininga. Missionsgebäude und
Kapelle wurden in den siebziger Jahren von Grund auf erneuert. Das
Anchieta-Haus ist ein Museum, in dem Gegenstände der ersten Siedler
des Dorfes ausgestellt sind.
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Instituto Butantã - Seruminstitut |
Etwas ausserhalb des
Zentrums, im Parque da Independência im Stadtteil Ipiranga, befindet
sich das Museu Paulista. Das 1888 errichtete Gebäude steht auf dem
Ipirangahügel, auf dem Kaiser Dom Pedro I. die Unabhängigkeit Brasiliens
ausgerufen hatte. Das Museum beherbergt die bedeutendste, der Universität
angeschlossene anthropologische und ethnologische Sammlung Brasiliens.
Weltbekannt ist das Instituto Butantã der Universität, das Seruminstitut
mit der grössten Schlangenfarm der Welt. Im ehemaligen Herrenhaus
einer Plantage wurde das Institut 1899 zur Pestforschung eingerichtet.
Auf der Farm werden heute Tausende von giftigen Schlangen, Spinnen,
Skorpionen und anderen liebenswerten Wesen gehalten und bei Bedarf
gemolken, um aus dem Gift lebensrettendes Serum herzustellen. Dieser
Giftabnahme darf man zwar nicht beiwohnen, die Tiere sind jedoch
in ihren Terrarien und Gruben zu besichtigen.
Wie die Cariocas können auch die Bewohner São Paulos in den Bergen
oder am Meer Urlaub machen, ohne ihren Heimatstaat zu verlassen.
São Paulos beliebtester Erholungsort in den Bergen heisst Campos
do Jordão und liegt in einem fruchtbaren Tal des Mantiqueira-Gebirges
in 1.700m Höhe. Touristen mögen die alpinen Chalets, das kühle Winterwetter
und das Musikfestival im Juli. Das einmonatige Musikfest, bei dem
neben der Klassik auch die Volksmusik zu ihrem Recht kommt.
Die Umgebung von São Paulo bietet eine Reihe interessanter Ziele.
Empfehlenswert ist eine Fahrt mit dem Touristenzug in das 48km entfernte
Bergdorf Paranapiacaba. Unterwegs kann man einen Halt in Santo André,
einem kleinen Städtchen mit historischen Bauten, einlegen. Die kleine
historische Stadt Embu liegt 27km südöstlich von São Paulo. In den
Häusern um die "Praça - Marktplatz" bieten Antiquitätenhändler
ihre Waren an, bekannt ist der Ort für den Verkauf rustikaler Möbel
im Kolonialstil. Seit 1994 besteht die "Regenwaldakademie Salve
Floresta", 140km südlich von São Paulo, auf 900m Meereshöhe
in einem 5.000ha grossen, privaten Naturpark in der
Mata Atlântica, dem brasilianischen Küstenregenwald.
São Paulos Sonnenküste ist 400km lang und geht vom beliebten Ubatuba
im Norden bis zum einsamen Cananéia an der Grenze zum Staat Paraná.
Ubatuba, das nur 75km von Parati
im Süden Rio de Janeiros liegt, besitzt kristallklares Wasser, das
ideal zum Schnorcheln ist. Um Ubatubas Buchten und Inseln schlängeln
sich insgesamt 85km Strände. Es werden Bootsausflüge angeboten,
die zu den Ruinen des Anchieta-Gefängnisses auf einer der Hauptinseln
und entlang der Küste zu den unheimlichen Ruinen der Zuckerplantage
Lagoinha fahren, die letztes Jahrhundert durch einen Brand teilweise
zerstört wurde. Caraguatatuba, 50km südlich von Ubatuba
besitzt fast so viele Strände wie sein Nachbar im Norden, aber weniger
historische Stätten. Der beliebteste Strand heisst Enseada, ein
Hufeisen aus Gischt, Sand und prächtigen Hotels, die an die Copacabana
erinnern. Daneben liegt der einsamere Strand Pernambuco, den São
Paulos Schickeria zu ihrem Malibu gemacht hat.
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Bildband São
Paulo
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