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Die Strände von São Paulo

   
     

Die Küste des Bundesstaates São Paulo ist die grüne Küste Brasiliens. Einzigartig ist die unglaubliche Pracht des "Mata Atlântica", den man hier fast an der gesamten Küste vorfindet. Wer die Stadt São Paulo nach einer arbeitsreichen Woche verlässt, taucht schon kurz hinter der Stadtgrenze in eine wunderbare Welt des tropischen Urwaldes ein und kann am Meer neue Energien für die nächste Woche tanken.

Jeder Paulistaner hat "seinen" Lieblingsstrand, den er immer wieder besucht, vergleichbar mit einer Stammkneipe. Welcher Ihrer wird, hängt davon ab, was Sie lieber wollen: Einsamkeit, quirliges Strandleben oder etwa Wassersport treiben. Zu empfehlen ist auf jeden Fall ein Blick in eine der Tageszeitungen, da leider einige der Strände gerade in der Hochsaison aufgrund der vielen Touristen und der damit einhergehenden Verschmutzungen nicht zum Baden geeignet sind.

Die wichtigsten Strände São Paulos liegen auf der Ilha de Santo Amaro bei dem Ferienort Guarujá. Der Hauptvorteil von Guarujá liegt in dessen Nähe zu São Paulo (88km) und der ausgezeichneten touristischen Infrastruktur. Je nach Verkehr (Freitagabend zur Hin- und Sonntagnachmittag zur Rückfahrt sollte man meiden) benötigt man 75-120 Minuten. Guarujá ist jedoch insbesondere in der Ferienzeit (Januar, Februar, Juli) sowie an den langen Wochenenden überfüllt.
Die schöneren und leeren Stände befinden sich weiter von São Paulo entfernt am Litoral Norte, praktisch auf der gesamten Küstenstrecke von Guarujá bis nach Rio de Janeiro, die man in jedem Fall einmal bei einem Kurzurlaub abfahren sollte. Empfehlenswert für einen Wochenendausflug sind die Strände zwischen Bertioga und São Sebastião, wie zum Beispiel Barra do Una, Maresias oder Camburi,  die nach 2-3 Stunden Fahrzeit von São Paulo aus erreichbar sind. Je weiter man sich von São Paulo entfernt, desto einsamer und Naturbelassener werden die Strände und Küsten. Leider ist die Küstenstrasse "Rio - Santos" gerade nachts nicht ganz ungefährlich, da sie unbeleuchtet ist und überall die gefürchteten "Lombadas - Strassenschwellen" lauern. Wer sicher heim kommen will, sollte sich Zeit lassen und nicht nur zwei Tage frei haben.

Bucht von Ubatuba
Strand Domingas Dias - Ubatuba

Strand Itaguaré - Bertioga
Strand Itaguaré - Bertioga

Die Strände von Süden nach Norden:
Ubatuba:
Der Strand Marujá ist mit 16km Länge der wichtigste der Ilha do Cardoso, die nahe der Grenze zum Bundesland Paraná liegt. Er wird vom Kanal Ararapira auf der einen und dem offenen Meer auf der anderen Seite begrenzt. Surfer profitieren vom starken Wind und den hohen Wellen des Atlantiks, Schwimmer ziehen das ruhige Flusswasser vor. Ausgangspunkt vieler Ausflugsschiffe.
Die Ponta da Trincheira befindet sich an der Mündung des Kanals do Mar Pequeno in den Atlantik. An sie schliesst sich der ebene Flussstrand Trincheira an, der aus dunklem Sand besteht. Die dunklen, ruhigen Wasser des Kanals eignen sich gut zum Schwimmen.
Am Strand Praia do Rio Verde gibt es einen 60m hohen Wasserfall. Der Strand befindet sich zwischen der Ponta do Grajaúna und der Ponta da Juréia und schliesst den 100m langen Prainha Itacolomy ein. Der 16km lange Praia do Una bietet weissen, weichen Sand. Er liegt am Fusse des Gebirges Serra dos Itatins an der Mündung des Flusses Uno do Prelado (auch Comprido).
Santos ist die grösste Stadt im Küstenbereich der Baixada Santista und der wichtigste Hafen Südamerikas. Die Strände sind schmutzig, aber voller touristischer Attraktionen: Neben dem Meeres-, dem Fischerei- und dem Hafenmuseum (Museu do Mar, da Pesca e do Porto) ist ein riesiges Aquarium (Aquário Municipal) interessant. Dort starten auch viele Ausflugsschiffe und die Fähre nach Guarujá.
Guarujá liegt nördlich von Santos auf der Ilha de Santo Amaro. Die Stadtstrände ähneln denen von Rio de Janeiro mit Bars und Hochhäusern und es gibt Fähren im 5-Minuten-Abstand nach Santos.
Der 5km lange Strand Enseada hat weichen, hellen Sand und ist mit Süsswasserduschen an der Promenade ausgestattet. Er wird gern von Wassersportlern frequentiert.
Der schönste Strand Guarujás heisst Pernambuco. Er wird durch Villen reicher Paulistanos gesäumt und bietet gerade für Familien mit Kindern eine schöne Wochenenderholung.
Perequê ist zwar kein Badestrand, bietet aber viele Fischrestaurants. Malerisch: Der dunkle Sandstrand mit den bunten Fischerbooten, die vor der Küste ankern.
Bertioga liegt an der Mündung des Kanals der Ilha de Santo Amaro ins Meer. Am 29.Juni, dem Tag des Heiligen Petrus, findet eine Meeresprozession statt.
Zur Region São Sebastião gehört der Strand Barra do Una. Die lange, leicht geneigte Strandzunge liegt zwischen dem Fluss Una und dem offenen Meer. Kontrastreich durch den Blick auf eine Inselgruppe im sauberen Meer auf der einen Seite und die dunklen Wasser des Flusses auf der anderen. Im Januar gibt es eine Kanu-Regatta.

Strand Maresias - São Sebastião
Strand Maresias - São Sebastião

Strand Baía de Catelhanos - Ilhabela
Strand Baía de Catelhanos - Ilhabela

Juqueí ist der nächste Strand. Er ist lang, eben und ideal für Wassersport. Weil das Meer ruhig ist, gut zum Schwimmen. Viele Strandrestaurants und Barzinhos.
Der Praia das Conchas (Muschel-Strand) ist klein und sehr ruhig. Er besteht aus dunklem Sand und ist von Felsen eingefasst. Das Wasser ist sauber.
Der Strand Barra do Sahy (oder Saí) in Hufeneisenform hat weichen, hellen Sand und ist einem Dorf vorgelagert. Für alle, die gerne Schnorcheln und Tauchen, lohnt sich ein Ausflug mit dem Schoner. Eindrucksvoll ist das vom Meer geformte Wasserbecken am Canto Bravo.
Ein Surfertreff ist der Praia da Baleia (Walfisch-Strand) wegen seiner hohen Wellen. Der ebene Sandstrand wurde nach der ihm Vorgelagerten walfischförmigen Insel benannt.
Der Strand Camburi ist von einer Halbinsel und einem Hügel eingefasst. Mandelbäume werfen Schatten auf den hellen, feinen Sand. Bars, Camping, Pensionen und ein Pferdeverleih beleben das Geschehen. Ideale Wellen für Surfer, von denen viele hier Ihren Lieblingsstrand gefunden haben. Vorsicht: Starke Strömung.
Boiçucanga bietet ein gut strukturiertes Freizeitangebot. Der weiche, gelbliche Sand und das saubere Meer ziehen vor allem junge Leute an. Gutes Essen gibt´s in den zahlreichen Fischrestaurants.
Abends konzentrieren sich die Leute in den Bars und Kneipen von Maresias. Auch tagsüber ist der 5km lange feine Sandstrand gut besucht. Geeignet zum Wassersport, eröffnet er den Blick auf die Insel Alcatrazes, ein Paradies für Taucher und Schnorchler.
Brasiliens grösste Meeresinsel, die Ilhabela, zu der man von São Sebastião (203km von São Paulo) mit der Fähre gelangt, ist eine bergige, idyllische Insel mit zahlreichen natürlichen Stränden.
Nördlich von São Sebastião liegt die Stadt Caraguatatuba, zu deren Region der Strand Martim de Sá gehört. Er besteht aus weichem, lockerem gelblichen Sand und erstreckt sich über 1,5km. Wegen der Bars ist der Strand zum Jugendtreff geworden.
Wie der Name schon ahnen lässt, ist jeglicher Wassersport am Strand Brava (böse) kaum möglich. Die versteckt gelegene Bucht besticht durch sauberen Sand, Felsen, wilde Wellen und ihre natürliche Schönheit.
Der Strand Cocanha liegt zwischen zwei Flussmündungen. Er besteht aus 1km hellem, weichem Sand und eröffnet den Blick auf die Inseln Cocanha und Tamanduá.
Der Strand Tabatinga liegt der Insel Tamanduá gegenüber. Viele Boote ankern in den sauberen Wassern vor der Insel, deren Strand Massaguaçu einen Besuch lohnt.
Trotz der nahe liegenden Bundesstrasse ist der Praia Grande einer der meistbesuchten und saubersten der Region. Weisser, feiner Sand und gute Wassersportmöglichkeiten machen ihn zum Anziehungspunkt.

Strand Massaguaçu
Strand Massaguaçu

Strand Boiçucanga
Strand Boiçucanga

Muschelsucher werden am Praia Vermelha ihr Glück finden. Kokospalmen, Bambus-, Aprikosen- und Bananenbäume geben dem weichen Sandstreifen einen grünen Rand. Starker Wellengang.
Itamambuca ist ein international bekannter Surferstrand. Das vorwiegend junge Publikum geniesst die Abwechslung von Meer und Wasserfällen in der Nähe.
Mandel- und Aprikosenbäume spenden Schatten am Praia do Félix. Das Meer ist zwar recht wild, dafür kann man sich in den guten Fischrestaurants in der Nähe die Zeit vertreiben.
Der Strand Ubatumirim wird in der Mitte vom Fluss Santos geteilt. Ohne Gefahr kann in den ruhigen Wassern vor der Flussmündung geschwommen werden.
Der Praia da Fazenda eignet sich gut für Umwelttourismus und liegt im Naturpark Parque Picinguaba, Praia do Camburi und Brava sowie Praia da Almada. Wildes Camping ist möglich. Das Fischerdorf Picinguaba trägt noch die Spuren einer alten Fischerkolonie. Die Strände do Camburi und Brava sind teilweise unter Naturschutz gestellt und abgegrenzt.
Der Praia do Cachadaço ist ein von grossen Steinblöcken vom offenen Meer abgetrenntes Felsenschwimmbad. Ganz in der Nähe liegt der Nacktbadestrand Prainha da Figueira.
Die schönsten Strände und ein Küstengebirge, das bis ans Meer reicht, erreicht man leider erst nach einer längeren Fahrt: Ubatuba (229km) sowie Parati (304km), schon im Bundesstaat Rio de Janeiro. Beide Strände und Buchten, die zu Bootsfahrten sowie zum Schnorcheln und Tauchen einladen.


Auszug aus dem Buch: "Willkommen in Brasilien: Informationen für das Einleben in São Paulo" - Band 4 - Copyright © AHK-São Paulo - Câmara de Comércio e Indústria Brasil-Alemanha 2001/2002

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