* Reiseanfrage        ' +49-38483-291974       6+49-38483-291975                 



  
 STARTSEITE

 
   REISEPROGRAMME 

 
   FLÜGE NACH BRASILIEN

   HOTELS & POUSADAS

 
   BRASIL DELUXE

 
  MIETWAGEN

 
  MIETWAGENTOUREN

 
  INCENTIVE & EVENTS

 
  SEHENSWERTES

 
   KARNEVAL

 
  REISETIPS & INFOS

 
  REISEVERSICHERUNGEN

____________________________

    DAS LAND BRASILIEN

    LEBEN IN BRASILIEN


 
   GESCHICHTE

 
 
 BEVÖLKERUNG

 
  BILDUNG, KULTUR & KUNST

 
 
 KULINARISCHES

 
 
 POLITIK

 
  
WIRTSCHAFT

 
 
 INDUSTRIE & HANDEL

 
  BUSINESS-SERVICE

____________________________

    BILDBÄNDE

 
  
GUIAS & KARTEN

 
  
BÜCHER

 
 
 UNSER SERVICE

 
 
 KONTAKT

 
 
 DATENSCHUTZ

 
 
 ANBIETERKENNZEICHEN

São Paulo und der Verkehr

   
     

Vom Verkehr in São Paulo zu sprechen, bedeutet, vom Auto zu sprechen. Zwar benutzen pro Tag mehr als drei Millionen Passagiere einen der 11.000 Omnibusse und mehr als zwei Millionen fahren täglich U-Bahn. Der Anteil des öffentlichen Personenverkehrs liegt damit bei mehr als 50% - ein Spitzenwert im Vergleich zu europäischen Grossstädten. Dennoch ist São Paulo eine Stadt der Privat-Pkw, fast 5 Millionen Fahrzeuge wollen auf den Strassen bewegt werden.

São Paulo und der Verkehr

Omnibussystem

Das Omnibussystem ist recht gut ausgebaut, allein aufgrund der Grösse der Stadt und der Anzahl der potentiellen Fahrgäste jedoch ständig überlastet. Das Verzeichnis aller Buslinien füllt ein 120 Seiten starkes Buch, trotzdem sind weite Teile der Stadt noch nicht ausreichend erschlossen. Die Busse bewegen sich zumeist auf Vorzugsspuren, sind in den Stosszeiten überfüllt und teilweise in schlechtem technischen Zustand. So empfiehlt es sich, nur in Ausnahmefällen auf einzelnen Strecken, tatsächlich Bus zu fahren. Wer einmal einen Trip in einen der nördlichen Stadtteile gewagt hat, wird sich hinterher über den glücklichen Ausgang dieses Nervenkitzelnden Abenteuers freuen. Eine sinnvolle und günstige Alternative bieten die sog.  "Fretamentos", von den Firmen gemietete Reisebusse, die die Arbeitnehmer zu festen Zeiten auf festen Routen zu ihrer Arbeitsstelle bringen. Auf einigen vielbefahrenen Routen zirkulieren Kleinbusse "VW-Busse, Kia Besta u.a.", die mit einem blauen Streifen und der Bezeichnung "Lotacão" gekennzeichnet sind. Ein Schild an der Windschutzscheibe gibt Auskunft über die bediente Strecke.

Die U-Bahn ist dagegen in jeder Hinsicht ungefährlich und auch für deutsche Verhältnisse eindrucksvoll sauber. Leider ist das Streckennetz mit insgesamt 50km Streckenlänge und 3 Linien schlichtweg unzureichend. Hochfliegende Ausbaupläne werden immer wieder von finanziellen Problemen beeinträchtigt. Ein flächendeckendes System wird wohl noch auf sich warten lassen.

Mit dem Auto unterwegs in São Paulo. Diese Stufe ist vergleichsweise unproblematisch: Einfach losfahren! Um jedoch nicht gleich an der ersten Kreuzung eine böse Überraschung zu erleben, hier einige grundlegende Tipps:

  • Rote Ampeln und Stoppschilder haben - insbesondere nachts - nur eingeschränkte Bedeutung. Deshalb ist es empfehlenswert, sich einer Kreuzung zügig aber vorsichtig zu nähern und in jedem Falle damit zu rechnen, dass von rechts oder links ein Verkehrspartner voller Zuversicht und mit respektabler Geschwindigkeit einfährt. An einigen Kreuzungen stehen Kameras, die Ampelsünder blitzen. Die Strafmandate sind extrem teuer.

  • Fahrtrichtungsanzeige: Grundsätzlich gilt: Vertraue nicht auf das Blinklicht des Vordermannes, es könnte defekt oder einfach in Vergessenheit geraten sein. Sollte jedoch der Fahrer eines vorausfahrenden Wagens den Arm zum linken Fenster heraushalten, ist fest mit seinem Spurwechsel innerhalb der folgenden Sekunden zu rechnen.
    Auch Richtungspfeile auf einzelnen Fahrspuren haben informatorischen Charakter. Es gilt in São Paulo grundsätzlich das mehrspurige Abbiegen. Dabei kommt es nicht selten zur Situation: rechte Spur fährt geradeaus, linke Spur will rechts abbiegen - in diesen Fällen ist Verständigung angebracht. Zudem ist die Anzahl der Fahrspuren variabel und direkt abhängig von der Verkehrsdichte - Fahrbahnmarkierungen im Staufalle also überflüssig.

  • Geschwindigkeitsbeschränkungen werden als Empfehlungen aufgefasst. Langsamfahrer werden als Hindernisse behandelt und mehrspurige Strassen - insbesondere an den Wochenenden - gern zu Rennstrecken umfunktioniert. Deshalb sollte man bemüht sein, im Verkehr mitzuschwimmen und sich vor Rasern in acht zu nehmen. Vorsicht allerdings bei einigen Hauptstrassen im Stadtgebiet und auf den parallel zu den Flüssen verlaufenden Stadtautobahnen "Marginais": Geschwindigkeitsbeschränkungen werden dort penibel überwacht, Radarkontrollen sind häufig und die "Polícia Rodoviária" kennt keine Gnade. Dei Geldstrafen sind gesalzen. Wird man von einem entgegenkommenden Fahrzeug mit dem Fernlicht angeblinkt, bedeutet das: Vorsicht, Polizei, Unfall oder gefährliche Situation in Sicht.
    Um die Geschwindigkeit nicht ausufern zu lassen, hat die Stadtverwaltung auf einigen Strassen künstliche Hindernisse installiert. Deshalb die vierte Regel:

  • Hüte dich vor Lombadas. Diese künstlichen Hügel im Asphalt "gerne "Quebramolas=Federnbrecher" genannt" tauchen unvermittelt auf, nötigen zum Abbremsen auf maximal 30km/h und führen bei Nichtbeachtung zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit des Fahrzeugs. Zusätzlich gilt: Wo keine Lombadas sind, wartet sicherlich ein tiefes Schlagloch.
    Apropos Geschwindigkeit: Mit durchschnittlich 19km/h gehört der Stadtverkehr São Paulos zu den langsamsten der Welt. Dies liegt an der grossen Zahl häufig und unvermittelt auftretender Staus. Nicht nur zur Rush-hour sondern auch nachts um zwei Uhr auf einer Nebenstrasse kann er den unbedarften wie den erfahrenen Autofahrer ereilen. Daher die wichtige fünfte Regel:

  • Im Stau Ruhe und Gelassenheit bewahren. Hektisches Spurwechseln oder die Suche nach Ausweichrouten haben meistens keinen Zweck, sondern beeinträchtigen lediglich das eigene Nervenkostüm. Zudem hat jeder Gesprächspartner Verständnis für eine staubedingte Verspätung.
    In solchen Situationen werden auch die Vorteile einer zweirädrigen Motorisierung deutlich. Eine Heerschar von furchtlosen "Motorboys" stürzt sich tagtäglich ins Gewühl, um wichtige Dinge wie Dokumente, einen Geburtstagskuchen oder eine Pizza von A nach B zu transportieren. Da hierbei Geschwindigkeit alles ist, wird für solche Ritter der Strasse schnell auch die Gegenfahrbahn, der Standstreifen oder der Gehweg zur Bühne ihrer Kunst. Deshalb: Abstand halten, Kopf und Arme nicht zu weit aus dem Auto strecken und mit allem rechnen.

  • Ein Wort zum Thema Parken: Die Inanspruchnahme eines der überall vorhandenen gebührenpflichtigen Parkplätze "Estacionamento" ist, obwohl nicht billig, auf jeden Fall anzuraten. Ein Schaden am Auto oder gar Diebstahl sind sicher teurer. Um den Komfort für ihre Gäste zu erhöhen, bieten viele Restaurants und Bars den Service der "Manobristas" an. Da heisst es nur: Vorfahren, Auto in der zweiten Reihe parken und den Schlüssel einem der jungen Männer in die Hand drücken, die für ordnungsgemässes Abstellen sorgen. Deren Einsatzleiter verteilen meist Tickets, die beim Verlassen des Lokals wieder abgegeben werden müssen. Das Fahrzeug steht danach gegen Entrichtung eines kleinen Obulus in wenigen Minuten wieder abfahrtsbereit vor der Tür.
    Ein stetiges und allgegenwärtiges Ärgernis sind die selbsternannten Parkwächter. Diese, meist minderjährigen, freundlichen Helfer bieten Ihnen an, auf Ihr Fahrzeug "aufzupassen", kaum dass der Wagen zum Stillstand gekommen ist. Die verlangten Preise schwanken zwischen 1 und 10 R$. Es empfiehlt sich unbedingt, dieses freundliche Ansinnen nicht auszuschlagen, denn sonst fehlt bei der Rückkehr garantiert ein Scheibenwischer, der Rückspiegel oder die Antenne. Grundsätzlich sollte aber immer erst bei Rückkehr zum Fahrzeug bezahlt werden "Pago na Volta". Andererseits sollte nicht jeder unverschämten Forderung nachgegeben werden, in der Regel bescheiden sich die Aufpasser mit einem Trinkgeld von 1-2 R$.

  • Tanken: Es gibt Alkohol "Álcool", Benzin "Gasolina" und Diesel "Diesel". Selbstbedienung gibt es an den Tankstellen in Brasilien nicht. Hilfsbereite Tankwarte übernehmen nicht nur das Betanken, sondern auch die Kontrolle von Ölstand und anderen Dingen sowie das Reinigen der Scheiben, wofür sie nach erledigter Arbeit mit einem Trinkgeld "Gorjeta" belohnt werden sollten. Übrigens enthält auch das Benzin 24% Alkohol. So will die Regierung - importiertes - Rohöl einsparen.

  • Fernfahrten: Ein Kapitel für sich sind die Fahrten ausserhalb São Paulos. Hier ist generell höchste Aufmerksamkeit geboten. Nachtfahrten und Fahrten bei Regen sollte der "Anfänger" tunlichst vermeiden. Unbeleuchtete Fahrzeuge, Fussgänger oder gar Pferdefuhrwerke auf den Bundesstrassen sind keine Seltenheit.
    Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn abgebrochene Zweige oder Äste auf der Fahrbahn liegen. Diese deuten meist auf einen Unfall oder ein liegengebliebenes Fahrzeug - meist unbeleuchtet - hin. Vorsicht auch beim Überholen von LKWs, vor allem, wenn es bergab geht. Da diese oft über unzureichende Bremsen verfügen, kann es passieren, dass das Fahrzeug, sobald ein langsameres vor ihm auftaucht, unvermittelt nach links ausschert. Also: möglichst auf potentielle "Hindernisse" vor dem LKW achten.
    Auf Blinksignale - rechts: kann überholt werden, links: Vorsicht Gegenverkehr - kann man sich leider nicht immer verlassen, da der Vordermann vielleicht auch nur vergessen hat, den Blinker auszuschalten.
    Im Stau gilt auch hier: Ruhe bewahren und gelassen zusehen, wie die übrigen Verkehrsteilnehmer zuerst die Standspur und dann die Gegenfahrbahn benutzen, bis auch diese verstopft sind.

  • Ein Stadtplan - 358 Seiten - sollte ständig zur Hand sein. Anfängliche Versuche, sich ohne Vorabinformation zurechtzufinden, enden häufig in völliger Orientierungslosigkeit und starken Verspätungen. Ausserdem ist die Beschilderung São Paulos erst nach einiger Strassenverkehrserfahrung verständlich. Namensgleiche Avenidas und Stadtviertel wechseln sich auf den Wegweisern mit Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten oder andere Städte ab.

  • Sollte - trotz aller Vorsicht - doch einmal ein Unfall passieren, hilft nur noch eines:
    Das eigene Fahrzeug sollte ausreichend kasko- und haftpflichtversichert sein. In der Regel ist nicht damit zu rechnen, dass ein Unfallgegner über ausreichenden Versicherungsschutz verfügt. Also: Bei kleineren Blechschäden sollte nicht zuviel Aufhebens gemacht, sondern schnell die Fahrbahn freigemacht werden, um den nächsten Stau zu vermeiden. Hat es allerdings kräftiger "gekracht", ist ein Warten auf das Eintreffen der Polizei in jedem Falle empfehlenswert. Deren Protokoll "B.O." kann vor unliebsamen späteren Überraschungen - Klage des Unfallgegners etc. - schützen.

Wer diese wenigen Grundregeln berücksichtigt, wird es binnen kurzer Zeit geniessen, am pulsierenden Verkehr in São Paulo teilzunehmen.
Was dabei hilft, sind gegenseitiges Verständnis, Rücksichtnahme und eine teilweise unglaubliche Geduld, die allen Autofahrern hier zu eigen sind. Wer ruhig und gelassen bleibt, hat beste Chancen, schnell und sicher seinen Weg zu finden.

"Metrôfahren" in São Paulo
Vor Betreten des schnellsten, sichersten und bequemsten öffentlichen Verkehrsmittels São Paulos muss die richtige Fahrkarte gekauft werden.
Die Auswahl an den Schaltern in den Unterführungen ist gross, die Warteschlange oft leider auch. Deshalb ist gut beraten, wer gleich "Bilhetes" im voraus kauft.
Nächstes Hindernis: Die Schranke, die den Zutritt zum Bahnsteig verwehrt. Die kann durchlaufen werden, sobald die Karte eingeschoben ist.
Metrô kann beliebig oft gefahren und gewechselt werden, sobald das Bahnsteignetz nicht verlassen wird.
Aus der Metrôstation kommt man heraus, indem man die grün gekennzeichneten Schranken einfach durchläuft.

Taxifahren
Die Taxis in den Städten sind alle mit einem Taximeter "Taxímetro" ausgestattet. Der Fahrpreis kann direkt abgelesen werden beginnt in São Paulo mit R$ 3,20 (Stand 20.11.2000). Von 20:00 bis 06:00 Uhr gilt der Nachttarif - Tarif 2 -. Dann läuft das Taximeter 25% schneller, der Einschalt-Fahrpreis bleibt unverändert. Aufpassen, dass der Taxifahrer nicht vergisst, das Taximeter einzuschalten. Dieser Trick wird gern verwendet, um stark aufgerundete Preise zu verlangen! Bei Fahrten in andere Städte oder Gemeinden - der internationale Flughafen von São Paulo "Cumbica, liegt z.B. im Nachbarort Guarulhos - sind Aufpreise von 50% zulässig. Neben den normalen weissen Taxis, meist Autos der Mittelklasse, gibt es in den grösseren Städten die komfortableren aber auch teureren Funktaxen "Radotáxi, Táxi especial". Sie können an Flughäfen und Hotels oder telefonisch angefordert werden. Übrigens: Eine Taxifahrt kann bei genügender Aufgeschlossenheit gegenüber dem zumeist interessierten und zu Auskünften bereiten Chauffeur "Motorista" zu einem ersten unmittelbaren Kontakt mit der brasilianischen Mentalität werden.


Auszug aus dem Buch: "Willkommen in Brasilien: Informationen für das Einleben in São Paulo" - Band 4 - Copyright © AHK-São Paulo - Câmara de Comércio e Indústria Brasil-Alemanha 2001/2002

  Übersicht
São Paulo
Stadtteile
São Paulos Strände
Ubatuba
Ilhabela
Guarujá
Laje de Santos
Serra da Bocaina
Hinweise São Paulo
Verkehr

Copyright © brasilien.de ReiseService 1999-2012 Brüel