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"Die schöne
Insel"
Ilhabela, ihr richtiger Name lautet eigentlich Ilha de São Sebastião,
eingebürgert hat sich jedoch die Bezeichnung nach ihrem Hauptort
Ilhabela. Wer von São Paulo aus die reizvolle Küstentour bis Rio
wählt, sollte als erstes die 205km entfernte Ilhabela ansteuern.
Ab Rodoviária nimmt man zunächst den Bus bis São Sebastião. Hier
lohnt sich vor der Überfahrt auf die Insel (ca.20 Minuten) noch
ein Rundgang durch das historische Zentrum.
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In dem schmalen, natürlichen Kanal, der zwischen dem Festland und
der Insel entstand, liegen immer riesige Öltanker auf Reede und
warten darauf, in São Sebastião ihre Ladung zu löschen. Die
meisten Touristen übernachten hier entweder, weil sie auf Ilhabela
kein Zimmer mehr bekommen haben oder weil sie die ausgezeichneten
Verhältnisse zum Windsurfen im Kanal nutzen wollen.
Mit einer Fläche von 340 Quadratkilometern ist die Insel die
grösste entlang der brasilianischen Küste. Ihr vulkanischer Ursprung
zeigt sich deutlich an den steil aufragenden Gipfeln, die von dichtem
tropischen Urwald bewachsen sind. Auf der Insel gibt es 360 Wasserfälle
und in den Ebenen unzählige Zuckerrohrplantagen. Bekannt ist die
Insel auch für die ausgezeichneten Wandermöglichkeiten im Urwald
und für den guten Cachaça.
Will man die ganze Insel kennenlernen, empfiehlt sich eine zweitägige
Umrundung mit dem Boot. Die touristisch erschlossensten Strände
liegen an der dem Festland zugewandten Westseite. Am Belebtesten
ist Feiticeira, am ruhigsten, mit Bäumen und sauberem Wasser, ist
der kleine Strand von Viana. Im Norden sind Pacuíba, Jabaquara und
da Rome zu empfehlen, im Süden Bonete und der per Boot zu erreichende
Strand von Enchovas. Die auf dem Landwege schwer zugänglichen Strände
der Ostseite sind wegen des unruhigen Meeres weniger zum Baden als
zum Surfen geeignet. Diese Seite, bzw. 80% der ganzen Insel, steht
zudem unter Naturschutz.
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Die faszinierendste Stelle der Ostküste, Saco do Sombrio, hat keinen
Strand, ist jedoch wegen ihrer Einbettung in eine Berg- und Hügellandschaft
von besonderer Schönheit. Bis heute sucht man an diesem ehemaligen
Zufluchtsort von englischen, französischen und holländischen Piraten
die dort vergrabenen Schätze. Der berühmteste Pirat war der Engländer
Thomas Cavendish, der im Jahre 1592 die Stadt Santos überfallen
und in Brand setzen liess.
Ferner bietet die Insel noch zahlreiche Wander- und Sportmöglichkeiten.
Die Pfade zu den über 360 Wasserfällen "Cachoeiras" sind
häufig schwer begehbar, besser erreichbar sind do Toca, do Bananal
und do Gato. Für Bergsteiger locken 14 grössere Erhebungen, vor
allem der São Sebastião (1.379m), der Papageio (1.309m) und der
Baepi (1.025m). Und Taucher können sich auf die Suche nach den 19
Wracks von insgesamt 50 Schiffen machen, die hier in den letzten
100 Jahren gesunken sind.
In Vila Ilhabela sind noch einige Bauwerke aus der Kolonialzeit
zu sehen, darunter die von Sklaven erbaute Igreja NS da Ajuda (1532),
die Fazenda Engenho d´Agua in Itaquanduba (1582) und die Fazenda
Santa Carmen am Feiticeira-Strand.
Die beste Zeit, um Ilhabela zu besuchen, ist an Werktagen in der
Nebensaison. Im Sommer wird die Insel von vielen Paulistas heimgesucht;
die Hotels sind ausgebucht, zwei bis drei Stunden Wartezeit an der
Fähre sind die Regel, und die Preise steigen stark an. Hinzu kommen
auch noch kleinere Stechmücken, insbesondere die winzigen Blutsauger,
bekannt als "Borrachudos". Daher sollte man ständig ein
Insektenschutzmittel bei sich haben und es auch benutzen.
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