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Zwei grosse Überschwemmungen
in den Jahren 1983 und 1984 hatten nicht nur die Gebäude ruiniert,
sondern auch die Stadtkasse geleert. Um Abhilfe zu schaffen, kamen
die Stadtväter von Blumenau auf eine ungewöhnliche Idee: Sie richteten,
nach bayerischem Vorbild, ein Oktoberfest aus, das "die Bitterkeit
der zweimal fast zerstörten Stadt ausgleichen sollte". Die
Rechnung ging auf - der Erfolg übertraf alle Erwartungen. Das Fest
in inzwischen - nach dem Carneval
in Rio - das zweitgrösste Volksfest Brasiliens, die Idee wird
vielerorts kopiert.
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Mehrere Blaskapellen werden eigens aus Deutschland eingeflogen,
um gemeinsam mit 30 einheimischen Musikgruppen die Anwohner 17 Tage
lang aus dem Schlaf zu reissen. Der Besucher erlebt eine vollständige
Gleichschaltung der Stilrichtungen und der Kulturen: Vom bayerischen
Defiliermarsch bis hin zu Mangobeach, Samba oder Axé hört man alles.
Und man kann alles essen: von guten bayerischen Brezeln bis hin
zu bahianischen Spezialitäten. Bloss in Sachen Getränken ist die
Auswahl naturgemäss eingeschränkt: Wer hierher kommt, hat Durst
auf Bier.
Auch ausserhalb des Oktoberfestes ist Blumenau eine Reise wert:
Die Stadt, die genau am 02.September 1850 von
Dr. Hermann Otto Blumenau gegründet wurde, hat mit ihren niedlichen
altdeutschen Fachwerkhäusern, mitten unter tropischem Himmel, einen
einzigartigen Charme. Heute noch haben 40 % der Einwohner deutsche
Vorfahren.
Der Wohlstand - in der Nähe Blumenaus steht die grösste Textilfabrik
Lateinamerikas - ist beträchtlich, der Lebensstandard einer der
höchsten Brasiliens. Blumenau hat eine Universität, ein Theater
und eines der berühmtesten Kammerorchester, wohlgemerkt. Denn in
Blumenau freut man sich zwar beizeiten an lauter Blasmusik. Aber
man hat auch Sinn für feinere Klänge.
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Quelle: Auszug aus "BrasilienAktuell"
Informationen aus Wirtschaft, Politik und Kultur
© Brasilianische Botschaft - Berlin
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