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Domingos Martins
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Wenn man die Hauptstadt von Espírito Santo - Vitória - verlässt und ca. 50km
an der Küste entlang fährt, erreicht man die Berge, wo sich Domingos Martins
befindet, eine von Deutschen und Italienern gegründete Gemeinde.
Die europäische Herkunft fällt einem beim ersten Kontakt mit der Stadt durch
die typische Architektur der beiden Länder auf. Domingos Martins ist
kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt einer überwiegend von
Einwanderern aus Pommern besiedelten Gegend.
Mit einem der drei besten Klimaverhältnissen der Welt - mit einer
Durchschnittstemperatur von 18°C - ist Domingos Martins der beste Ort zum
Ausruhen und Energie aufzuladen. Hotels und Pousadas sorgen für gute
Unterkünfte. Das berühmte "Cafe colonial - koloniales Frühstück" mit Brot,
Kuchen und Süssigkeiten werden in allen Unterkünften serviert.
Im Gemeindemuseum "Casa da Cultura" wird die Geschichte der Einwanderung
dokumentiert. Viele historische Gegenstände und Dokumente von Leuten, die
für den Fortschritt der Stadt gearbeitet haben befinden sich im Museum.
Folkloretanzgruppen wie die Tanzgruppe Pommerjugend oder Pommerchor, pflegen
das Brauchtum der Gemeinde. Höhepunkte der jährlichen Festlichkeiten sind
das Sommerfest, das Erntedankfest sowie das Pommerfest.
Wer Naturschönheiten und den Kontakt zur Bevölkerung schätzt findet diese
Gegend als ideal. Ausser den diversen, für den Besucher geöffneten
Zuckerrohrplantagen, bietet Domingos Martins das Orchidarium, vom
naturstudiosen Roberto Kautsky, der grössten Fachautorität weltweit, an.
Kautsky, heute über 80 Jahre, wandert täglich durch die Wälder um neue
Orchideentypen und Insekten zu erforschen.
Eine andere Attraktion der Gegend ist der Pedra Azul, ein Bergmassiv dessen
Farbe sich nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit ändert. Die Farbänderung
geschieht durch die Feuchtigkeitstropfen, die sich auf der Spitze sammeln.
Der Nationalpark bietet auch Pfade und Naturseen an - der Besuch des Parks
muss aber im Voraus angemeldet werden -.
Geschichte:
Es war im Jahre 1846, als ein Beamter der
kaiserlich-brasilianischen Regierung im Hunsrück eintraf mit der Aufgabe,
Kolonisten für Brasilien anzuwerben. Die Nachricht verbreitete sich sehr
schnell. Die dort Ansässigen, die in kargen Verhältnissen lebten, waren
leicht zu begeistern. Die erste Massnahme war, Hab und Gut zu verkaufen, um
die weite Reise nach Südamerika anzutreten, wo ihnen ein würdiges Leben
versprochen wurde. Man schiffte sich in Dünkirchen in Frankreich ein und kam
nach 70 Reisetagen in Rio de Janeiro an. Hier erwarteten die Auswanderer die
ersten Enttäuschungen, bis sie um eine Audienz bei Kaiser Dom Pedro II.
einkamen. Dieser veranlasste ihre Weiterreise nach Vitória, obwohl das
eigentliche Reiseziel Südbrasilien war. Der erste Schub erreichte die
Hauptstadt von Espírito Santo am 21.Dezember 1846. Hier blieben sie einige
Tage, um dann zur Kolonie Santa Isabel zu ziehen, der ersten auf
Capixaba-Boden, gegründet von Dr.Luiz Pedreira do Couto Ferraz, dem
Präsident der Provinz von Espírito Santo.
Die Kolonisten folgten dem Nordarm des Rio Jucu aufwärts, wo sie am
27.Januar 1847 in der Serra da Boa Vista eintrafen. Es waren 39 Famílien,
davon 16 evangelisch-lutherische und 23 katholische. Die Kolonie wuchs
ständig und wurde von Viana unabhängig.
1869 wurde der Ort zur "Freguesia" (Sprengel) und 1878
zum Polizei-Distrikt erhoben. Am 20.Oktober 1893, teilte sich das Munizip
Santa Isabel von Viana ab gemäss Staatsdekret Nº29. Die Kreisverwaltung
wurde im Ortsteil Campinho am 19.Dezember des gleichen Jahres eingerichtet.
Aufgrund der Malaria verlegte man am 26.Juni 1896 den Sitz der Verwaltung
nach Santa Isabel (Kreisverordnung Nº19), sie kehrte aber 1917 nach Campinho
zurück.
Am 20.Dezember 1921 wurde der Name des Munizips zu Ehren des Capixabaheldens
Domingos José Martins in Domingos Martins abgeändert. Dieser war am 9.Mai
1781 im Munizip Itapemirim geboren worden und hatte als Anführer an der
Pernambukanischen Revolution teilgenommen. Deswegen wurde er am 12.Juni 1817
in Bahia erschossen. Seine letzten Worte waren: "Morro pela liberdade" (Ich
sterbe für die Freiheit).
Die erste Stadtkammer setzte sich aus fünf Stadträten zusammen:
Felipe Endlich - Präsident
Christiano Bruske
José Pereira da Cruz
Mathias Stein
Johann Nikolaus Velten
Der erste Präfekt war Herr Felipe Endlich, der dieses Amt von 1893 bis 1895
innehatte. Zu jener Zeit war der Präsident der Kammer gleichzeitig Präfekt.
Seit dem 27.Dezember 1918 hat Domingos Martins ein Amtsgericht
Heute setzt sich der Kreis aus fünf Distrikten zusammen: Sede, Aracê, Santa
Isabel, Parajú und Melgaço und umfasst etwa 1.134 Quadratkilometer.
Warum Domingos Martins und Campinho?
Die Stadt ist unter beiden Namen bekannt. 1921 bekam das Munizip zu Ehren
des Capixaba-Helden Domingos José Martins dessen Namen. Bis dahin war es als
Campinho bekannt, der Name, den die deutschen Einwanderer ihm bei ihrer
Ankunft 1847 gegeben hatten.
Quelle: Geschichte von Domingos Martins |
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