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Regionale Kultur - Europäische
Traditionen
"Vale
Europeu": Erbe europäischer Einwanderer
Blumenau, 140km von
Florianópolis entfernt, ist der Inbegriff der deutschen Besiedlung Brasiliens, mit Fachwerkhäusern
und Schwarzwälder Kirschtorte. Die Architektur mit
den Spitzdächern, die Küche, die gepflegten Gärten: Man könnte
beinahe vergessen, dass man in Brasilien ist. Die Einwohner von Blumenau sind weitgehend
Nachkommen deutscher Einwanderer, die sich in der zweiten Hälfte
des 19.Jh. im Süden von Brasilien niedergelassen hatten. Blauäugig,
blond und hellhäutig, sind sie stolz auf ihre Unterschiede zu anderen
Brasilianern und haben die Bräuche, die Sprache sowie die Architektur
ihrer Vorfahren lebendig erhalten.
Im Jahr 1850 überquerte der niedersächsische Apotheker
Hermann Blumenau mit Gleichgesinnten auf einem Fluss den Rio
Itajaí und gründete im Auftrag der "Gesellschaft zum Schutz
deutscher Auswanderer" die später nach ihm benannte Stadt.
Zugute halte muss man ihnen, dass sie von Anfang an auf den damals
noch üblichen Einsatz von Sklaven verzichteten, ein Reisender mit
Sklaven durfte höchstens 24 Stunden in Blumenau verweilen. 30 Jahre
später erhielt der Ort schon das Stadtrecht und zugleich den ersten,
jedoch vorerst einzigen Webstuhl.
Blumenau hat heute den höchsten Lebensstandard Brasiliens, stolz
verweist man darauf, dass auf je zwei Einwohner ein Auto kommt.
Auch auf kulturellem und wissenschaftlichem Gebiet kann man sich
brüsten: Die Stadt besitzt ein Theater "Carlos Gomes",
zwei Museen, eine Universität, eine grosse Bibliothek und das beste
Kammerorchester Brasiliens. Künstler und Intellektuelle treffen
sich in modernen Bars wie dem "Camorra" oder dem "Coliseum".
Für ökologisch Interessierte gibt es lange Wanderwege im Ecológico-Spitzkopf-Park
oder im Ecológico-Artex-Park. Umweltbewusstsein wird gross geschrieben
im grünen Tal von Blumenau, angeblich der Beharrlichkeit eines der
ersten Einwanderer und Mitarbeiter Darwins, Klaus Müller, zu verdanken,
dessen damaliges Wohnhaus heute Museu de Ecológico ist und eine
der grössten Insektensammlungen der Welt beherbergt. Auch das Wohnhaus
des Dr. Blumenau mit dem damaligen Mobiliar kann man besichtigen
"Museu Histórico da Familia Colonial/Mausoleu".
Die Natur ist eine weitere Sehenswürdigkeit der
Region. Der Vale Europeu schliesst die Städte Pomerode, Indaial und
Timbó mit an und liegt am Ufer des Itajaí-Açu.
Deutsche Lebensart kann man ausser auf dem Oktoberfest auch während
der "Semana de Blumenau" Anfang September erleben und,
das ganze Jahr über, im "Gasthaus Frohsinn", das mit Spezialitäten
der deutschen Küche aufwartet.
Sehenswürdigkeiten:
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Dampfschiff
"Blumenau"
Auf dem Platz "Juscelino
Kubicheski", mehr bekannt unter "Prainha - Strändchen",
kann man sich das Dampfschiff "Blumenau" ansehen.
Die erste Fahrt begann im Jahre 1895 und fuhr danach jahrelang
für den Warenverkehr zwischen Blumenau und dem Hafen von Itajaí.
Das Dampfschiff "Blumenau", in Deutschland gebaut,
benötigte 4 Stunden für die hin und 6 Stunden für die Rückfahrt.
Es war zu dieser Zeit das effizienteste Verkehrsmittel zwischen
der Kolonie und dem Hafen zur Aussenwelt..
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Macuca
Eine Dampflokomotive welche zum Bau der Eisenbahnstrecken in Santa
Catarina (E.F.S.C - Estrada de ferro de Santa Catarina) eingesetzt
wurde. Die in Deutschland gebaute Lok wurde liebvoll auf den Namen
"MACUCA" getauft. Am 27.Oktober 1907 entlud das Dampfschiff
"Koblenz", der Norddeutschen Lloyd in Bremen, 800 Tonnen
Material für den Schienenbau. Mit im Gepäck war die erste Dampflok,
welche Tage später nach Blumenau transportiert wurde. Am 20.Dezember
des gleichen Jahres nahm die Lokomotive ihre Arbeit auf.
Ort: Praça Victor Konder, vor der Stadtverwaltung.
Biergarten
Ein alter historischer Platz,
am Flussufer des "Itajai-Açu", wurde zu einen Biergarten
umgewandelt. Die Besucher können sich hier entspannen, ein kühles
Bier aus eigener Produktion geniessen und sich im angehörigen Biermuseum
über die Geschichte des Bieres ausführlich informieren. Am Ende
des Platzes befindet sich der alte Binnenhafen von Blumenau. Er
war viele Jahre lang ein wichtiger Anlaufpunkt für Personen und
Warenschifffahrt.
Ort: Rua XV de Novembro, vor der Fundação Cultural de Blumenau
PROEB - Fundação Promotora
de Exposições de Blumenau
Ein architektonischer Komplex der aus 5 Einzelgebäuden und einer
grossen Aussenfläche besteht. Im Oktober findet hier das Oktoberfest
statt. Das Gelände ist das ganze Jahr über der Öffentlichkeit zugängig.
Morro do Aipim - "Maniokhügel"
- Restaurant Frohsinn
Der "Maniokhügel" erhebt sich im Zentrum von Blumenau
und bietet einen wunderschönen Blick über das Stadtzentrum. Dr.
Blumenau erwarb am 15.4.1863 das Gelände des "Morro do Aipim"
von der Landesregierung. 1909 überschrieb sein Sohn, Pedro Hermann,
das Land der Stadt. Der Maniokhügel war das letzte Stück Land, welches
die Erben von Dr. Blumenau noch besassen.
Aussichtspunkte:
- Beginn der Rua Itajaí - vor dem
Centro de Saúde - Gesundheitszentrum Panoramablick der Stadt
und des Flusses "Itajai-Açu".
- Morro do Aipim - Panoramablick
des Stadtzentrums.
- Portal da Saxônia, Panoramablick
des Stadtteils Itoupava Norte.
- Museu da Água - Wassermuseum -
Schöner Blick auf das Stadtzentrum und die Stadtteile "Victor
Kondor", "Velha" und "Ponta Aguda".
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Altes Rathaus |

Bibliothek Fritz Müller |
Canto dos Macacos
- "Affenwinkel "
Auf einem alten Waldweg, der zu den Wäldern der evangelischen Kirche
gehörte, trafen die Einwanderer auf eine Affenkolonie.
Ort: Rua Pastor Oswaldo Hesse.
Rua do Fantasma - "Gespensterstrasse"
Die Stadtgeschichte schreibt in der "Rua Angelo Dias",
einer Querstrasse der "Rua XV de Novembro", dass in dunklen
Nächten eine Person herumwandelte, welche die Bewohner erschreckte.
Das Geheimnis wurde jedoch bald aufgedeckt. Es war ein Geistlicher
mit einer langen "Kutte". Er durchquerte die Rua Angelo
Dias einfach nur weil sie auf seinem Nachhauseweg lag.
Estrada da Cachaça - "Schnapstrasse"
Zur Zeit der Kolonialisierung
besass die Strasse die höchste Dichte von Schnapsbrennereien, daher
der Name Schnapstrasse.
Ort: Rua Geral - Statdtteil Itoupavazinha, Entfernung vom Stadtzentrum
ca. 15 Km.
Estrada da Lingüiça - "Wurstrasse"
Die Rua XV de Novembro wurde anfänglich (1890) Wurststrasse genannt,
bezüglich ihrer Länge und den vielen Kurven. 1902 wurde sie umgebaut.
Aus ihr wurde die heutige begradigte Hauptstrasse und mit dem Umbau
verlor die bekannte Wurststrasse auch ihren Flair & Namen.
Local de desembarque dos
imigrantes - "Ort
der Ankunft der ersten Einwanderer"
Die 17 ersten Einwanderer, unter ihnen Dr. Blumenau, schlugen hier
ihre Zelte auf. Er gilt als der Ort wo alles begann.
Ort: Av. Beira Rio, vor der Stadtverwaltung.
Rua das Palmeiras - "Palmenstrasse"
Die Rua das Palmeiras oder anfänglich "Boulevard Wendenburg"
genannt, war die erste geplante Strasse der Kolonie. Der Stadtgründer
Dr. Blumenau brachte die Palmen extra aus Rio de Janeiro mit in
die Kolonie.
Ort: Erste Querstrasse der Rua XV de Novembro.
Brauerei Feldmann
Die Brauerei wurde 1898 durch den Industriellen Henrich Feldmann
Senior eingeweiht. Bis zu seinem Tod 1930 produzierte er hier die
Biermarken "Victória" und "Bock". Später
übernahm sein Sohn Heinrich jr. zusätzlich die Fabrik "Kranapel"
und produzierte nun ausser Bier auch Likör. Claus Feldmann kaufte
1941 dann noch die Brauerei "Malta" und die Fabrik "Massarandubense".
Der Sohn von Claus erwarb 1960 noch die Erfrischungsgetränke
& Likörfabrik "bitter". 1978 dann schlossen sich die
Tore des Familienbetriebes Feldmann. Eine Rundumerneuerung und Modernisierung
wurde notwendig, jedoch war der Preis dafür zu hoch. Vielleicht
interessant zu wissen: Wenn die Brauereien ihr Bier heute zum gleichen
Preis wie 1905 verkaufen würden, wäre der Preis einer Flasche heute
bei 240 Reais.
Ort: Vila Itoupava.
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