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São Miguel das Missões

   
     
4 Tage-Reiseprogramm zu den Ruinen

São Miguel das Missões liegt im Nordwesten des Bundesstaates und ist 517km von Porto Alegre entfernt.

Anfang des 17.Jh. war das heutige Rio Grande do Sul von indianischen Stämmen bevölkert. Im Jahre 1680 gründeten spanische Jesuiten in der Grenzregion zu Argentinien die "Sete Povos das Missões": sieben Siedlungen - um die indianischen und die dem kateschismus zugewandten Guaranis - zu beherbergen.

Mittels einer für damalige Verhältnisse wissenschaftlichen und künstlerischen Ausbildung verhängten die Jesuiten in den Siedlungen militärische Disziplin. Die Indios erhielten eine sorgfältig verabreichte Erziehung und der Katecheseprozess bediente sich auch verschiedener Hilfsmittel: Zeichnen, Malerei, Bildhauerei, Musik, Gesang, Tanz und Theater. Die räumliche Aufteilung der Siedlung bestand anfangs lediglich aus einem Platz, wobei die Kirche das Hauptgebäude darstellte. Weitere Bauten befanden sich in der Nähe: die Missionärsunterkunft, die Schule, die Werkstätten, der Friedhof sowie das Witwen- und Waisenheim. Das Kommando über die Siedlung wurde dem Rat der Caciques "Indianerstamm" erteilt, welcher aus einem sozialkooperativem System bestand.
 

São Miguel das Missões

São Miguel das Missões

Als die portugiesische und spanische Krone ein Übereinkommen unterzeichneten, in welchem die Missionen portugiesischem Territorium zugesprochen wurden, erhoben sich die Indios dagegen und kämpften so lange, bis sie schliesslich in einem blutigem Massaker niedergeschlagen wurden. Der Indianeraufstand gegen die portugiesische Herrschaft hatte ein starkes Motiv: die in Brasilien ansässigen Portugiesen besassen die Angewohnheit Indios zu versklaven.

Vom Traum der Jesuiten blieben lediglich Ruinen übrig. Das beeindruckendste Monument dieses Zeitalters sind die Ruinen in São Miguel das Missões, die von der UNESCO zum Humanitären Erbe ernannt wurden. Von ihnen sind noch Säulen und Bögen mit ohne Mörtel übereinander gesetzten Steinen übrig geblieben. Die Kirche stellt mehr als 1.000kg schwere Blöcke sowie bis zu drei Meter dicke Wände aus.

Abends werden die Ruinen durch ein Spektakel aus Klang und Beleuchtung zum Leben erwacht. Dabei wird die Geschichte der erbitterten Kämpfe bei der Territoriumsverteidigung gegen die portugiesische Herrschaft berichtet.

Was man nicht versäumen sollte:

  • Besuch in dem von Lúcio Costa projektierten Missionsmuseum, in welchem Statuen aus der Missionskunst besichtigt werden können, einer unvergleichbaren Ausdrucksweise der Barockzeit, da sie über indianische Einflüsse verfügt.
  • Die Stadt Santo Ângelo kennen zulernen, welche ebenfalls dem missionarischen Komplex angegliedert ist. Im Inneren der Kathedrale befindet sich ein Gemälde der Missionsära. Das Gemeindemuseum stellt Elemente aus Architektur, Kunst und dem Religionsverständnis der Jesuitenmissionen aus.
  • In die benachbarte Gemeinde Entre-Ijuís zu fahren um dort auf den acht Kilometer langen Pfad entlang zu reiten, der den Jesuiten und Indios dazu diente, den Kontakt zwischen den sieben Missionssiedlungen aufrechtzuerhalten.

Quelle: "Brasil" - Mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung © Copyright Brasilianisches Fremdenverkehrsamt EMBRATUR

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