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"Oh deus, se
na terra houvese um paraiso, não seria muito lange daqui! - Oh Gott,
wenn es auf Erden ein Paradies gäbe, dann würde es diesem Fleckchen
Erde ähneln!" - Amerigo Vespucci
Parati liegt am äussersten
südlichen Ende des Bundesstaates Rio de Janeiro und ist ein beliebter
Zwischenstopp auf der Reise von
Rio de Janeiro
nach
São Paulo. Es liegt etwa 2km abseits
der Hauptstrasse von Rio nach Santos. Bis 1954 konnte Parati nur
auf dem Seewege erreicht werden.
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Parati wurde bereits vor 60 Jahren unter
Denkmalschutz gestellt; kein Auto darf in die Innenstadt und ist
neben Ouro Preto (Minas Gerais)
und
Olinda
(Pernambuco) - einer der wenigen gut erhaltenen Schauplätze historischer
Architektur. Dass dieser Flecken Erde im Zusammenhang mit der Gold-
und Kaffee-Ära einmal eine bedeutende Rolle in der Geschichte einnehmen
sollte, fand zumindest in seiner Namenslegende keinen Niederschlag.
So heisst es, dass bei der Aufteilung der Erde zwischen Gott und dem
Teufel ersterer seinem Widersacher schliesslich ein kleines, verloren
am Rande einer grossen Bucht gelegenes Plätzchen zuwies, mit dem
einsilbigen Kommentar: "É lá. Aquilo é para ti - Das da ist
für dich!"
Zunächst lebten hier bescheiden vom Fischfang die Guaianá-Indios
- Parati war in ihrer Sprache der Name eines Fisches. Bald verbreitete
sich die Nachricht vom gesunden Heilklima der Region, ein kranker
Indio brauchte sich nur dorthin zu begeben, um schnell zu genesen.
Bereits vor 1600 kamen wohl auch deswegen einige Paulistas auf der
Suche nach einem geeigneten Küstenort hier an und bauten ihre Behausungen
in friedlicher Nachbarschaft mit den Guaianás.
Nachdem im 17.Jh. in Minas Gerais Gold entdeckt worden war, entwickelte
sich Parati zu einem obligatorischen Zwischenstopp für Abenteurer
aus Rio de Janeiro, da an dieser Stelle die einzige Möglichkeit
bestand, die steilen Hänge der Serra do Mar zu überqueren. Die gefährliche
Strasse war ein alter Pfad der Guaianás, der quer durch die Serra
do Facão (heute Cunha) zum Tal des Paraíba und von dort nach Pindamonhangaba,
Guaratinguetá und schliesslich zu den Minen führte.
1844 wurde Parati zur Stadt erklärt, die Zahl der Häuser und Kirchen
nahm weiter zu, bis um die Jahrhundertwende eine neuerliche Phase
der Dekadenz einsetzte, wieder bedingt durch den Verlust der strategischen
Bedeutung des Hafens. Bis auf gerade 600 Seelen, meist ältere Leute,
verliessen die Menschen den ehemals so prosperierenden Ort. Parati
drohte eine versunkene Stadt zu werden, bis man in den 50er Jahren
endlich ihren historischen und touristischen Wert entdeckte.
Die Lage des Städtchens
mit seinen 30.000 Einwohnern ist traumhaft schön: Fjordartige Buchten
mit weissen Stränden und eine Handvoll, der Küste unmittelbar
vorgelagerte
Urwaldinselchen, bilden das Panorama. Dahinter erhebt sich die Bergkette
der Serra da Bocaina. Sie gehört zum Ökosystem der
Mata Atlântica
und ist sehr artenreich. Unzählige Orchideen-, Bromelien-, Heliconien-
und vor allem Baumarten finden sich hier. Von seiner Tierwelt kann
man besonders die Vielfalt der Vögel bewundern; Tapire und sogar
Raubkatzen kommen noch natürlich vor. Das gesamte Territorium der
Gemeinde Parati ist Naturschutzgebiet, zwei Drittel davon gehören
zum
Nationalpark Serra da
Bocaina.
Die weissgekalkten Häuser mit ihren buntbemalten Fenstern und Türen
verleihen dem Ort eine fröhliche Atmosphäre, stimmungsvolle Cafes,
kleine Geschäfte und Kunstgalerien laden ein zum Schlendern in den
alten Gassen. Der gepflasterte "Caminho do Ouro - Goldroute"
wurde in den Bergen auf einer langen Strecke wieder begehbar gemacht
und avancierte zum beliebten Ausflugsziel, ebenso die alten Zuckerrohr-Destillerien
und die restaurierten Kaffeefazendas.
Eines dieser Landhäuser, bekannt für seinen mit Mandarinen-Blättern
destillierten Schnaps, ist das Geburtshaus der Mutter von Thomas
und Heinrich Mann - seit 1997 Kulturzentrum. Bei einem Gang durch
das Zentrum wird man immer wieder einzelne Häuser sehen, die durch
ihre besonders stilvollen Fassaden herausragen. Das älteste noch
erhaltene Haus des Ortes befindet sich nahe bei der Igreja de Santa
Rita am Anfang der Rua Marechal Santos Dias, wo eine Inschrift auf
dem Original-Holzbalken auf die Entstehung im "goldenen"
Jahr 1699 verweist.
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Caminho do Ouro |
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Heute wetteifern die
Bewohner darin, die historische Bausubstanz zu pflegen oder zu renovieren
- wie z.B. die reichen Ornamente an den Gassenecken; ein Erbe der
Freimaurer, die im 18.Jh. vor der Inquisition aus Spanien geflüchtet
waren und sich im fernen Brasilien niedergelassen hatten. Verschwiegene
Hotels, Pousadas, Antiquitätenläden und zahlreiche Gasthöfe haben
in den alten Patrizierhäusern niedergelassen. Abends bietet Parati
eine gute Küche in gepflegtem Ambiente, moderne, stilvolle Bars
mit Live-Musik und allgemein ein animiertes Strassenleben.
Parati ist für seine farbenprächtige und besonderen Feste bekannt.
Die beiden wichtigsten sind die "Festa do Divinho Espírito
Santo", die neun Tage vor Pfingstsonntag beginnt, und das Fest
der "NS dos Remédios" am 08.September. Die Vorbereitungen
für das erste der genannten Feste laufen das ganze Jahr hindurch.
Musikgruppen "Fólios" gehen dann singend und scherzend
von Tür zu Tür.
Auch zu den "Festas Juninas" im Juni gehören Tänze wie
der "Xiba", ein Reigentanz, der mit Holzschuhen getanzt
wird, und die "Ciranda", ein Xiba mit Gitarrenbegleitung.
Diese Festreihe hat ihren Höhepunkt am 29.Juni mit einer Prozession
über das Meer zur Ilha do Araujo.
Die Gegend von Parati ist bekannt für den guten Cachaça. Im Jahre
1984 haben die Stadtväter das alljährlich stattfindenden "Festival
da Pinga" ins Leben gerufen. Diese Pinga-Party findet an einem
Wochenende im August statt.
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Tauchen:
Die geographische Beschaffenheit von Parati setzt sich aus 65 Inseln
und Felsplatten zusammen. Die Mehrzahl von ihnen verfügt über ideale
Tauchverhältnisse mit bis zu 15m Tiefe sowie einer das ganze Jahr
anhaltenden angenehmen Temperatur. Die Sicht beträgt etwa 8m.
Die meistaufgesuchten Tauchplätze befinden sich an den Inseln
Cumprida, Cocos und Ratos. Die Insel Ilha dos Mercos zählt ebenfalls
zu den meistbesuchten. Eine Stunde mit dem Schiff von der Stadt
entfernt weisst sie eine Meerestiefe von 12 Metern an der Südseite
und 15 Metern an der Nordseite auf. Im Wasser, welches die Insel
umläuft, ist das Meeresleben reich an Schwämmen, Seesternen, Fischen
aller Farben und Grössen sowie wunderschön geformten Korallen.
Gewohnt Besucher aus der ganzen Welt zu empfangen, ist Parati darauf
vorbereitet tagtäglich 300 Taucher einzuschiffen und ihnen die
richtige Versorgung zu bieten: ideale Unterkünfte, Restaurants für
alle Geschmäcker sowie komplette Taucherassistenz.
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