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Fernando de Noronha

   
     

Fernando de Noronha, ist ein Archipel von 21 Inseln mit 26km², dessen grösste mit 17km², die einzig bewohnte Insel ist. Sie liegt nur eine Flugstunde von Natal oder eineinhalb von Recife entfernt. Die Insel entstand vor über 10 Millionen Jahren durch einen Vulkanausbruch, der unter Wasser noch eine Tiefe von 4.000m erreicht.

Bis im Jahre 1989, als Fernando de Noronha nach Pernambuco eingegliedert worden ist, war sie ein militärischer Vorposten und für Touristen nicht zugänglich. Die 1.749 Inselbewohner stammen fast alle von Soldaten und Gefangenen ab aus der Zeit, als das Eiland eine Besserungsanstalt und während des 2.Weltkriegs ein Gefängnis war.

Seit Fernando de Noronha am 14.September 1988 zum Nationalpark erklärt wurde, nennen die Insulaner ihr Eiland häufig scherzhaft "Insel der Verbote". Denn seither bestimmt die Umweltschutzbehörde, was die Einwohner anpflanzen können und welche Baumaterialien sie zur Ausbesserung der von ihnen bewohnten Häuser verwenden dürfen. Aus ökologischen Gründen ist jede Veränderung, und damit zwangsläufig jede Entwicklung, untersagt, der Fischfang generell verboten. Derart "beschützt" wurde das Eiland keineswegs immer: Nach ihrer Entdeckung diente die Insel lange als Verbannungsort für Strafgefangene, und im Zweiten Weltkrieg war Fernando do Noronha Basis alliierter Flieger. Die damals angelegte Landepiste nutzen heute bis zu 420 Touristen täglich - mehr dürfen sich auf der Insel nicht gleichzeitig aufhalten.

Noch vor Jahren lebten die hier ansässigen Insulaner fast ausschliesslich vom Fischfang und von der Landwirtschaft. Heute beschäftigt dieser Bereich nur noch ca.40 Personen gegenüber 500, die im neueren Tourismussektor tätig sind. Der Zustrom ist so gross, dass die Insel fast vor dem ökologischen Kollaps stand. Ein Kampf zwischen Umweltschützern und Leuten, die den Archipel für den Tourismus erschlossen, brach 1988 aus, als die Inselgruppe zu einem "Parque Nacional Marinho - Meeresnationalpark" erklärt wurde, um die Schätze der Natur auf den und um die Inseln zu schützen.

Fernando de Noronha ist eine Inselgruppe vulkanischen Ursprungs, bestehend aus 21 Inseln. Für Naturfreunde sind die Inseln ein absolut lohnendes Reiseziel. Zwar ist von den üppigen Wäldern, die Darwin 1832 beschriebe, wenig übrig geblieben, die jeweiligen Nutzer hatten wenig Sinn für deren Schönheit, aber bis heute laden die herrlichen Strände zum Naturgenuss ein, und bei sehr klarem Wasser herrschen ideale Bedingungen für Taucher. Es werden Bootsfahrten zwischen den einzelnen Inseln angeboten. Die Berge kann man erklettern, einige sind sogar mit Eisenleitern versehen, so z.B. der Morro do Pico mit 325m, auf dessen Spitze ein Leuchtturm steht. Von hier oben hat man eine herrliche Aussicht. Zeugen der Vergangenheit sind die Ruinen des holländischen Forte dos Remédios aus dem 18.Jh.

Innerhalb der Grenzen des Nationalparks hat IBAMA das Baden an einigen Stränden erlaubt, den Zugang zu anderen Teilen zum Schutz der Meereslebewesen jedoch verboten.
Die 26 Strände der Inseln sind sauber, wunderschön und so gut wie menschenleer. Die Strände zum Festland hin, Conceição do Americano, Quixaba und Cacimba do Padre, sind insbesondere bei Surfern beliebt.
Cacimba do Padre ist zudem de einzige mit Süsswasser. Zum Atlantik hin liegen die Strände von Atalaia, Caiera und do Leão, die von vielen Leuten als die schönsten auf den Inseln angesehen werden. Die Baía do Sueste ist Sitz einer Station von TAMAR, wo es möglich ist, gemeinsam mit Schildkröten zu schwimmen.
Die Baía dos Golfinhos darf zum Baden nicht betreten werden, dafür aber der Mirante dos Golfinhos, ein Aussichtspunkt, von dem aus man jeden Morgen Hunderte von Delphinen umhertollen sehen kann. Zur Baía do Sancho kommt man entweder mit einem Boot oder auf einem unebenen Naturpfad, der über Stock und Stein an Mandelbäumen vorbei und über scharfe Felsen führt.

Mit seinem klaren Wasser und dem reichen Meeresleben stellt der Archipel ein ideales Ferienziel für Unterwassersportler dar. Es wurde nun auch leichter für Individualreisende, die Insel zu besuchen, es kann allerdings durchaus sein, dass die Teilnahme an einer Gruppenreise wieder vorgeschrieben wird, wenn sich die Zahl der Touristen nachteilig auf die Umwelt auswirken sollte. Innerhalb der Grenzen des Nationalparks hat das IBAMA das Baden an einigen Stränden erlaubt, den Zugang zu anderen Teilen zum Schutz der Meereslebewesen jedoch verboten. IBAMA hat 12 Wächter auf den Inseln im Einsatz und zudem viele Hinweisschilder aufgestellt!

Um die Insel kennenzulernen, ist es am einfachsten, eines der vielen durchorganisierten Wochenprogramme zu buchen, was wegen der zahlreichen Umweltauflagen fast zu empfehlen ist. Auf der grössten und einzige bewohnten Insel konzentriert sich die Bevölkerung auf Vila dos Remédios. Der Morro do Pico, die höchste Erhebung der Insel, ist zwar über dem Meeresspiegel nur 321m, vom Meeresgrund gemessen jedoch 4.300m hoch. Der Berg der Insel ist Teil einer Bergkette unter Wasser im Atlantik, die mehr als 15.000km lang ist. Die an ein Phallussymbol erinnernde Form des Felsens brachte der Insel den Ruf ein, die erotischste der Welt zu sein. Nach der Legende ist es der Penis eines sündigen Liebhabers, den die Götter zur Strafe hier versteinert haben. Den Archipel kann man über eine Eisentreppe erklimmen und bietet einen phantastischen Panoramablick auf die ganze Inselgruppe.

Eine weitere Attraktion der Insel sind die Riesenmeeresschildkröten, die "Tartarugas". Vom Projeto Tamar werden grosse Anstrengungen unternommen, um diese Spezies, die schon seit 150Mio. Jahren existiert, vor dem Aussterben zu retten. Seit jeher dient die Insel den Riesenschildkröten als Brutstätte. Geschützt vor ihren natürlichen Feinden brüten die werdenden Panzerträger während rund acht Wochen. Brasilien hat ein Rettungsprogramm eingeleitet, welches innerhalb zwanzig Jahren zum normalen Bestand zurückführen soll. Seit einigen Jahren ist der Handel und Verkauf von Schildkrötenpanzern strengstens verboten. Die Brutstätten von Fernando de Noronha werden im Rahmen dieses Programms beschützt und gepflegt. Dieses Artenschutzprogramm wird entlang der gesamten Atlantikküste Brasiliens durchgesetzt. Eine Besichtigung - Zugang von Januar bis Juni zwischen 18:00 und 06:00 Uhr untersagt - der Tartarugas ist schwierig bzw. mit vielen Auflagen verbunden, man kann jedoch für ca. 50 US$ eine der Schildkröten symbolisch adoptieren und taufen.

Tauchen
Der grösste Anziehungspunkt der Inseln sind die Tauchmöglichkeiten. In dem klaren Wasser um die Inseln kann man 40m weit sehen und 230 Fischarten, 15 Korallenarten sowie fünf – harmlose – Arten von Haien beobachten. Schnorcheln lässt sich am besten an der Baía dos Porcos, an der Ponta das Caracas, an der Baía de Sueste und in Atalaia, wo bei Ebbe ein grosser Teich entsteht. Taucher bevorzugen die Ilha Rata, Morro de Fora, Rasuretes und die Ponta da Sapata.

Wenn man vorher um Erlaubnis fragt, ist möglicherweise in der Baía de Santo Antônio das Tauchen ebenfalls noch erlaubt, wo das Wrack des griechischen Schiffes „Asturia“ liegt, gesunken 1940.
 

Reisezeit und Ausrüstung
Die Regenzeit auf den Inseln dauert von Februar bis Juli. Die Zeitzone auf dem Archipel liegt eine Stunde vor der im östlichen Brasilien. Alles, was man für einen Aufenthalt benötigen könnte – wie z.B. Sonnen- und Insektenschutzmittel, Lesestoff und Ausrüstung zum Schnorcheln -, sollte man mitbringen, weil wegen der Transportkosten vom Festland auf Fernando de Noronha alles teuer ist. Auch ausreichend Landeswährung muss man bei sich haben, denn man darf sich nicht darauf verlassen, auf Fernando de Noronha Geld wechseln zu können, wo die Wechselmöglichkeiten entweder ganz fehlen oder man nur einen schlechten Wechselkurs eingeräumt bekommt.

Verhaltensregeln
Der Tourismus hat sich bereits nachteilig auf das Ökosystem ausgewirkt. Deshalb wird von Besuchern erwartet, dass sie folgenden Verhaltensregeln beachten:

  • Werfen Sie keine Abfälle und keine Lebensmittel auf den Boden, in das Meer oder an den Strand.

  • Nehmen Sie keine Korallen, Muscheln und Meereslebewesen mit, und brechen Sie auch keine Korallen ab.

  • Benutzen Sie keine Harpunen und keine Fallen zum Fangen von Tieren.

  • Bringen Sie keine Pflanzen und Tiere vom Festland mit, und nehmen Sie auch keine Tiere und Pflanzen mit auf das Festland.

  • Respektieren Sie Gebiete, die aus ökologischen Gründen nicht zugänglich sind.

  • Schwimmen Sie nicht zusammen mit Delphinen.

  • Gehen Sie unter Wasser nicht auf Jagd.
     

  Übersicht
Recife
Olinda
Igarassu
Porto de Galinhas
Ilha Itamaracá
Fernando de Noronha


Bildband Recife & Olinda (Fernando de Noronha)

Bildband Recife & Olinda (Fernando de Noronha)

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