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Ilha do Mel

   
     

Sie ist wahrhaftig ein Paradies, die Ilha do Mel. Wer aus der Grossstadt Curitiba kommt und anstelle des Busses die abenteuerliche Fahrt mit der Gebirgsbahn nach Paranaguá gewählt hat, sollte sich ruhig ein paar Tage Entspannung auf dieser Insel gönnen, zumindest solange es sie noch gibt, denn sie sinkt und könnte sich bald in zwei Teile aufgelöst haben.

Die Insel ist ein Naturreservat mit natürlichen Wasserbecken, Höhlen und einsamen 27km langem Strand. Das ITCF "Instituto de Terras e Cartografia Florestal" verwaltet, und ist darum bemüht, die Insel mehr oder weniger so zu erhalten, wie sie ist. Leider wird auch diese Institution es nicht verhindern können, dass das Meer für Veränderungen sorgt. Durch Erosionen ist bei Nova Brasília fast schon ein Kanal entstanden, der die Insel letztlich in zwei Teile trennen könnte. es gibt weder Autos noch Strassen, nur Pfade für Fussgänger und Radfahrer. Die Infrastruktur ist bescheiden, man wohnt in einfachen Pousadas oder leiht sich ein Zelt.

In acht Stunden kann man die ganze Insel zu Fuss umrunden. Die besten Wege befinden sich jedoch auf der östlichen, dem Meer zugewandten Seite, von der südlichen Spitze der Insel bis hinauf zur Festung. Eine Warnung: Das Stück von der Praia Grande bis zur Praia da Forte sollte man allein nur bei Ebbe zurücklegen, insbesondere bei starker Brandung. Dabei trägt man am besten festes Schuhwerk, um über die Felsen steigen und auf die Klippen klettern zu können. Auf der Insel kommen zudem überall kleine Parasiten vor, so dass man, wenn man nicht am Strand ist, stets Schuhwerk an den Füssen tragen sollte.
Ilha do Mel - Copyright © C. Ravazzani - Brasil
Zunächst geht es also in den Norden zur Besichtigung des Forts. Das zwischen 1766 und 1770 von Sklaven errichtete und inzwischen mehrfach restaurierte Fortaleza de Nossa Senhora dos Prazeres, auf Anordnung des portugiesischen Königs Dom João V. zur Verteidigung der Bucht von Paranaguá bestimmt, ist eines der grössten aus der Kolonialzeit Brasiliens und steht heute unter Denkmalschutz. Der Weg dorthin führt zu Fuss 4km an zwei ebenso schönen wie einsamen Stränden entlang, kurz vor der Ankunft.

Die belebte Praia do Farol hat ihren Namen von dem 60m hohen Leuchtturm, dem Farol das Conchas. Dieser wurde 1872, auf Anordnung von Dom Pedro II auf der östlichsten Spitze, erbaut. Ein anderer Weg ist der Caminho do Belo, ein Fussgängerpfad, der ein Stück durch den Naturgeschützten, schattigen Inselwald führt. Dieser Weg führt auf die Gruta Encantada, die verzauberte Grotte am gleichnamigen Strand, wo der Legende nach noch heute Sirenen locken und die Fischer der Insel sich sträuben, des nachts vorbeizufahren.

 

 

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