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Ein unbedingt empfehlendes,
ökologisches Ausflugsprogramm ist der Besuch der Urwaldinsel Marajó.
Sie ist eine der grössten Flussinseln der Welt, liegt an den Mündungen
des Rio Amazonas und des Rio Tocantins, und hat eine Fläche von
50.000km². Sie ist von Belém per Boot oder Flugzeug erreichbar,
die schnellste Bootsverbindung ist die nach Porto Camará - 3 Stunden
- nach Souré sind es dann noch 30km mit dem Bus. Der Flug Belém
- Souré dauert 30 Minuten.
Auf Marajó waren einst gleichnamige Indianer zu Hause, deren Ursprünge
zwar im Dunkeln liegen, deren Kultur jedoch zahlreiche Zeugnisse
hinterliess: bei der Keramik der Marajó-Indianer z.B. soll es sich
um die Höchstentwickeltsten der gesamten präkolumbianischen Kunst
Brasiliens handeln. Das älteste Überbleibsel stammt aus dem Jahre
1.000 v.Chr. Besondere Aufmerksamkeit erregte die Entdeckung von
Friedhöfen mit reich verzierten Graburnen und von Fundamenten terrassenartig
angelegter Städte. Manche der gewaltigen Behausungen konnten bis
zu zwanzig Familien beherbergen; die Mauern einer Scheune waren
einen Meter dick.
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Auf dieser riesigen
Flussinsel leben 250.000 Einwohner in 13 Gemeinden. Der Hauptort
der Insel ist Souré mit knapp 20.000 Einwohnern. Hier ist die Zeit
noch stehengeblieben, häufige Fortbewegungsmittel sind neben Kanus
auch Büffel. Charakteristisch sind die grossen Büffelherden, die
grössten in Brasilien. In diesem Ort ist der Büffel König. Er hat
immer und überall im Ort "Vorfahrt". Der Mensch arbeitet
um ihn herum, manchmal auch auf oder mit ihm, niemals steht er ihm
im Weg. Der Büffel ist die Grundlage für den Lebensunterhalt auf
der Insel, da sie sich den Gezeiten in den Sumpfgebieten gut angepasst
haben.
Die Strände in der Bucht nahe Souré sind ausgezeichnet. Der etwas
ausserhalb der Stadt gelegene Praia do Araruna ist der nächstgelegene
und gleichzeitig auch der schönste Strand. Während des Hochwassers
vermischen sich hier in einem faszinierenden Naturschauspiel Süsswasserströme
mit dem Salzwasser des Atlantik. Die Praia do Pesqueiro liegt 13km
von Souré entfernt und ist ebenfalls ein sehr hübscher, an den Wochenenden
recht beliebter Strand. Von der Stadt aus, etwa 10 Minuten zu Fuss
flussaufwärts, erreicht man eine kleine Gerberei. Dort werden Sandalen,
Gürtel und Sättel aus Büffelleder verkauft. Es ist interessant,
beim Herstellungsprozess vom Rohmaterial bis zu fertigen Erzeugnissen
zuzusehen.
Die noch weitgehend unberührte, mit dem Pantanal
vergleichbare Inselvegetation besteht im westlichen Teil aus tropischem
Regenwald und im östlichen aus Grassavannen, die während der Regenzeit
von Januar bis Juni regelmässig überflutet werden. Während der regenreichen
Monate verwandelt sich ein grosser Teil der Insel in ein Sumpfgebiet,
in denen die "Região dos Campos" mindestens einen Meter
tief unter Wasser steht. Die wenigen Strassen auf der Insel wurden
drei Meter hoch gelegt und sind trotzdem während der Regenzeit oftmals
nicht passierbar. Die Flüsse sind sehr fischreich, neben riesigen
Wels- und Barscharten gibt es auch die gefürchteten Piranhas. Ausserdem
existieren auf der Insel noch Tausende von Vogelarten wie z.B. Reiher,
Tukane, Greifvogel- und Kuckucksarten, Gruppen von Weissflügelsittichen,
sowie Krokodile, Affen, Tapire, Reisenschildkröten und sogar Panther.
In den Orten und um die Orte der Insel herum sind "Bichos de
Pé - Sandflöhe", die sich in die Fusssohlen von Menschen bohren,
und andere Parasiten verbreitet. Behalten Sie einen klaren Kopf
und ihre Schuhe an den Füssen!
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Ilha de Marajó |

"Hier ist der Büffel König" |
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