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belém

   
     

Geschichte
Belém wurde am 12. Januar 1616 von dem portugiesischen Kapitän Francisco Caldeira Castelo Branco gegründet. Die Gründung erfolgte durch die Errichtung der Festung "Forte do Presépio" mit dem Ziel, die Region gegen Eroberungsversuche der Engländer, Franzosen und Holländer zu verteidigen.
Die Stadt wurde zunächst "Feliz Lusitânia" benannt. Danach erhielt sie den Namen Santa Maria do Grão Pará sowie Santa Maria de Belém do Grão Pará, bis sie den heutigen Namen Belém erhalten hat.
Entfernt vom Rest des Landes und stark verbunden mit Portugal hat Belém die brasilianische Unabhängigkeit erst im August 1823 anerkannt, nahezu einem Jahr nach ihrer Erklärung.

Durch den Kautschukboom erlangte Belém Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts eine große wirtschaftliche Bedeutung. Aus dieser Zeit stammen Prachtbauten wie z.B. das Teatro da Paz, Palácio Antônio Lemos, Palácio Lauro Sodré, Colégio Gentil Bitencourt und der Ver-o-Peso.
 

Markt "Ver-o-Peso"

Belém

Die meisten Reiserouten haben als Ausgangspunkt die Stadt Belém. Falls Sie ein bisschen mehr Zeit mitbringen sollten, sollten sie diese nutzen um Belém ein bisschen näher und besser kennenzulernen mit seiner reichen historischen Vergangenheit. Hier findet man noch alte Gebäude, Häuser und Konstruktionen aus der Zeit des Kautschuk-Booms.

Belém, diese Ein-Millionen-Stadt am Südufer des Amazonas, die nur ein Grad südlich des Äquators und 145km vom offenen Meer entfernt liegt, ist das Tor zum Amazonas. Zwischen November und April regnet es dort beinahe täglich, aber ein leichter Wind macht die Feuchtigkeit erträglich.

Am Hafen der Stadt, Porto de Belém, erkennt man deutlich die Orientierung des wirtschaftlichen Lebens zum Wasser; auch die Altstadt, der Markt und die wichtigsten Kirchen sind in der Nähe der Bafa do Guajará, der Bucht, gelegen. Einer der bekanntesten und farbenprächtigsten Märkte ganz Brasiliens mit unglaublich skurrilen Waren ist der "Ver-o-Peso - auf das Gewicht achten". Der Name ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass der Markt als eine Art Kontrollstelle gegründet wurde, an der die Portugiesen "ver o perso", um darauf Steuern erheben zu können. Hier gibt es Bananen, Mangos und unzählige, kaum bekannte tropische Früchte. See- und Flussfische werden feilgeboten, das gelbbräunliche Dendê-Öl und Tucupi, eine für die regionale Küche sehr wichtige Manioksauce. Schliesslich gibt es reichlich Gemüse, Gewürze und Kräuter zu kaufen.

Der interessanteste Teil des Marktes ist der, in dem Heilkräuter und Heilwurzeln, Schlangenhäute, Jacaré-Zähne sowie Amulette mit geheimnisvollen Kräften und Gebräuche für alle möglichen und unmöglichen Gelegenheiten angeboten werden.  Dort gibt es Geschäfte, in denen Zaubersachen und wunderschöne religiöse Gegenstände verkauft werden, die für die afro-brasilianische Umbanda-Rituale gebraucht werden. Seepferdchen, Gürteltierschwänze, Geschlechtsorgane von Süsswasserdelphinen, Schildkrötenpanzer und winzige, zur Geburtenkontrolle benutzte Ananas werden neben Kräutern gegen Rheuma und Herzprobleme verkauft. Die "Tias - Tanten", wie die Kräuterhändlerinnen respektvoll genannt werden, mixen auf Wunsch Mittelchen gegen den bösen Nachbarn, die untreue Frau oder Haarausfall. Man bekommt aber auch Parfums, die Männer, Frauen, Geld und Glück anlocken sollen.
 

Eine Besichtigungstour der Altstadt, in deren engen Gässchen immer noch Häuser mit portugiesischen Kacheln stehen, beginnt am Forte Castelo, dem Kern der ursprünglichen Siedlung Santa Maria do Belém do Grão Pará. Am Forte Castelo nahm die Stadt 1616 ihren Anfang. Die kleine Holzfestung von damals wurde 1721 durch die heute noch erhaltene Feste ersetzt, in der jetzt eine Bar untergebracht ist. Ihre mächtigen Kanonen zielen noch immer in die Ferne. Die Bucht von Guajará und der Markt Ver-o-Peso bieten ein Panorama, das bei Sonnenuntergang schier überwältigend ist. Gleich nebenan steht der Palast des Erzbischofs, im ehemaligen Jesuitenkolleg.
Die Kirche der Jesuiten, Igrefja de Santo Alexandre, ist eine der wenigen in Brasilien noch gut erhaltenen des verbannten Ordens. Am selben Platz, Praça Frei Caetano Brandão, erhebt sich die Kathedrale, Catedral da Sé, aus dem 18.Jh. mit einem bemerkenswerten Gemälde der Jungfrau Maria am Altar, das von dem Portugiesen Alexandrino de Carvalho stammt. Hier in der Altstadt, der Cidade Velha, sind noch einige Prachtbauten aus der Glanzzeit der Stadt zu sehen mit Azulejos und Gärten. Da die meisten Strassen im Zentrum von hohen Mangobäumen gesäumt sind, wird Belém auch die "Stadt der Mangos" genannt.

Aufgrund seiner Lage ist Belém idealer Ausgangspunkt für Bootsausflüge; von wenigen Stunden bis zu fünf Tagen. Ein kleiner Ausflug führt in die Kanäle, die typischen Kanupfade im Amazonas. In Icoaraci, 23km nördlich von Belém, das per Bus oder Boot erreichbar ist, stellen Kunsthandwerker Kopien der berühmten Marajoara-Keramik her. Wer nach Santarém oder Manaus will und, statt bequem mit dem Jet dorthin zu fliegen, lieber tagelang den Amazonas flussaufwärts tuckern möchte, kann dies ab Belém buchen. Nach Santarém muss man etwa 60 Stunden kalkulieren, nach Manaus fünf Tage und vor allem Nächte! Auf den meisten Booten werden sowohl Plätze zum Aufspannen der selbst mitzubringenden Hängematte als auch Zwei- und Vierpersonenkabinen angeboten.

Kultur

Eines der schönsten Beispiele aus der Blütezeit ist das Teatro da Paz, welches reformiert und deren Stil beibehalten wurde. Somit hat es nichts von seiner Architektur und seiner Imposität verloren. Es war eines der ersten funktionierenden Theater in Brasilien.
Ein weiterer Interessanter kultureller Anziehungspunkt ist der Komplex "Feliz Luistania". Hier befindet sich das alte Gefängnisgebäude, dessen Archiv die Kolonialzeit wiederbeleben lässt - es erzählt von der Kolonialisierung der indigenen Völker durch die Portugiesen -. Gleich nebenan befindet sich ein nächster wichtiger Besuchspunkt: "Das Haus der elf Fenster - a Casa das onze Janelas" - ein Kulturzentrum mit einer permanenten Ausstellung.
 

Falls Sie sich für religiöse Monumente interessieren, sollten sie die Kathedrale Metropolitana nicht auslassen. Sie wurde im Jahre 1753 konstruiert; mit Schätzen wie die Kunstwerke des italienischen Künstlers Domenico de Angelis bestückt und besitzt die grösste Orgel Cavillé-Coll von Lateinamerika.
Andere Gebäude wie das Kloster Merces (1754) und Basilika de Nazaré, dessen Geschichte mit dem Fest "Cirio de Nazare" verbunden ist, zählen noch zu den sehr interessanten Gebäuden in Belém. Jedoch die grösste Schatztruhe für religiöse Kunst ist das "Museu da Arte Sacra", eines der ersten Museen dieser Art in der amazonischen Region. Das Museum besitzt ein Archiv mit mehr als 300 Kunst-Stücke.

Ökologie
Belém hat sehr viel für Naturfreunde zu bieten. Hier ist das Sumpfgebiet Mangal das Garcas hervorzuheben. Es ist ein Gebiet von 35.000m² in der Altstadt und ein Abbild des typischen Amazonasgebietes mit als 300 Vogel- und Schmetterlingsarten. Zudem befindet sich in diesem Park ein See, in dem Fischreiher und andere Vogelarten beobachtet werden können.
Ein weiterer Ort für Interessierte der Botanik, Anthropologie und Zoologie ist das Musuem Emilio Goeldi. Hier befindet sich eine Bibliothek mit mehr als 140.000 Dokumenten und einer permanenten Ausstellung des Porzellans der Tapajon- und Marajo-Indianer.

Freizeit und Einkaufsmöglichkeiten
Die Hauptstadt von Pará hat in den letzten Jahren viele Freizeit und Gastronomieplätze hinzugewonnen wie z.B. die "Estação das Docas" - die Restaurierung des Hafengebietes. Ein gelungener Versuch alte Schuppen aus Eisen, die in England vorfabriziert wurden, zu erhalten. 32.000m² stehen für Restaurants zur Verfügung, in denen der Besucher die echte Küche aus Pará, Kunsthandwerksläden und Live-Musik kennenlernen kann.
 

Übersicht
Belém
Alter do Chão
Ilha do Algodoal
Ilha de Marajó
Ilha do Mosqueiro
Nat.Park Amazônia

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