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Sehenswürdigkeiten im Bundesstaat Mato Grosso

   
     

Caracar - Copyright © C. Ravazzani - BrasilDie Grösse des Pantanal macht eine sorgfältige Reiseplanung notwendig. Wer nur sehr wenig Zeit hat, fliegt am besten von São Paulo aus in ein bis zwei Stunden nach Corumbá oder Cuiabá und startet von dort zu Fotosafaris und Exkursionen. Beide Städte erreicht man in komfortablen Langstreckenbussen, Bsp. von Rio de Janeiro oder São Paulo aus; nach Corumbá führt auch eine Bahnstrecke. Die hochinteressante, recht gemächliche Fahrt dauert etwa 30 Stunden und beginnt in São Paulo beziehungsweise im Vorort Bauru. Vom Zugfenster aus bekommt man bereits einen Vorgeschmack darauf, was einen an Flora und Fauna im Pantanal erwartet. Leute mit viel Zeit steuern das Naturparadies im Miet-Pkw über das Einfallstor Campo Grande an. Auf der recht gut ausgebauten BR 262 bis Corumbá passiert man Naturschutzgebiete und sogar Indianerdörfer. Linds und rechts der Strasse fehlt es selbst in der regnerischen Jahreszeit nicht an Krokodilen, Greifvögeln, Reihern und Flamingos. Über die weitaus schlechter beschaffene Transpantaneira 43 kann man später von Corumbá aus nahezu das gesamte Feuchtgebiet in nördlicher Richtung bis Cuiabá durchqueren. Von dort sind es nur noch 75km bis zu einer weiteren Attraktion Brasiliens - der wildromantischen Hochebene "Chapada dos Guimarães", mit bizarren Felsen und Höhlen, Wasserfällen und Badeseen.

Zwei Schritte ins Pantanal hinein und schon trifft man auf Jaguar und Gürteltier - wer mit dieser Erwartungshaltung anreist, wird arg enttäuscht, so leicht gibt die Natur ihre Geheimnisse nicht preis. Das Mindeste an notwendigem Aufwand ist eine mehrstündige Tour per Jeep oder Bus über die Transpantaneira. Der Fahrer, gleichzeitig Führer, weiss genau, an welchem der Flussläufe, unzähligen Seen und Teiche interessantes Getier zu sehen ist. Sensiblere, seltenere Tiere halten vor allem wegen des Motorengeheuls der Viehtransporter Abstand zur Schlammstrasse oder lassen sich überhaupt nicht blicken. Reiher- Storchenvögel, Falken, Sperber und selbst Krokodile und Wasserschweine haben sich aber offenbar an die lärmenden Eindringlinge gewöhnt und fliehen meist erst dann, wenn man direkt auf sie zugeht. Zu einer solchen Exkursion braucht man keine spezielle Ausrüstung, sollte aber wegen der Moskitos unbedingt lange Hosen tragen sowie Fernglas und Teleobjektiv nicht vergessen.

Jacaré - Copyright © C. Ravazzani - BrasilFür intensive Naturbeobachtung fernab der Strassen und Trampelpfade sollte man sich dagegen besser vorbereiten: Ausgerechnet im Morgengrauen und in der Abenddämmerung, wenn sich das Pantanal von seiner wundervollsten Seite zeigt, attackieren die Stechmücken am heftigsten - Kleidung aus dichtem, widerstandsfähigem Stoff ist somit unverzichtbar. Auf unbedeckte Hautpartien trägt man Cremes und Sprays auf, empfehlenswert sind Repelex und Autan brasilianischer Produktion. Ein Regencape sollte man ebenfalls dabeihaben. Die Einheimischen tragen fast durchweg praktische Strohhüte, die überall in den Pantanalstädten angeboten werden. Die Wahrscheinlichkeit, in morastigem Gebiet auf Schlangen zu treffen oder gar zu treten, ist sehr hoch, deshalb sind feste wasserdichte Stiefel, die nicht aus Leder sein müssen, das passendste Schuhwerk. Piranhas bevorzugen stehende Gewässer, in die hält man deshalb seine Hand besser nicht hinein. Anders ist es mit den Krokodilen: Sonnenbadend strecken einem etwa fünf Meter lange ausgewachsene Kaimane den aufgerissen Rachen entgegen; blutrünstig und gewalttätig sieht es aus und ist aus zahlreichen Abenteuerfilmen hinreichend bekannt. Im Laufe der Zeit verdichtet sich dann aber der Eindruck, dass die Krokodile in Wirklichkeit unaggressive, direkt friedliche Tiere sind; Pantanalkinder baden sogar in ihrer unmittelbaren Nähe. Nur in der nahrungsarmen Trockenzeit ist eine gewisse Vorsicht angebracht.

Generell gilt, sich besser im Ruder- oder Paddelboot, statt Motorgetriebenen fortzubewegen, nur sehr leise zu sprechen und bei Wanderungen möglichst häufig stehenzubleiben. Brasilianische Ökologen nennen es ein Verbrechen, Brutkolonien zu besuchen oder gar auf Horstbäume zu klettern. Wer in der Lage ist, andere Pantanalbesucher von derartigem abzuhalten, verdient einen Sonderapplaus. Wer dem Pantanal mit Respekt und Sensibilität begegnet, wird reich belohnt.

Sonnenuntergang - Copyright © C. Ravazzani - Brasil
Sonnenuntergang im Pantanal - Copyright © C. Ravazzani - Brasil

Capivara - Copyright © C. Ravazzani - Brasil
Capivara - Copyright © C. Ravazzani - Brasil

 

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Bildband Pantanal

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