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Sehenswürdigkeiten im Bundesstaat Espírito Santo

   
     

Strassenkarte von Espírito Santo

Espírito Santo kommt Besuchern in Brasilien normalerweise nicht gleich ins Bewusstsein, denn die sehen diesen Bundesstaat meistens nur bei Fahrten zwischen Rio de Janeiro und Bahia durch die Fenster von Bussen. Aber wenn auch Teile dieses Bundesstaates stark industrialisiert sind, bieten seine Strände die Gelegenheit, sich abseits der ausgetretenen Pfade des Tourismus aufzuhalten und ein Strandleben kennenzulernen, wie es die Brasilianer mögen, so dass der grösste Teil der übrigen Gäste wahrscheinlich aus Minas Gerais, dem südlichen Bahia oder dem nördlichen Teil des Bundesstaates Rio sein wird.

Landeinwärts zeichnen sich die bergigen Regionen, in denen Kaffee und Erdbeeren angebaut werden, durch interessante Städte aus, die von italienischen und deutschen Einwanderern besiedelt wurden, aber auch durch Naturschutzgebiete und den prachtvollen Staatspark Pedra Azul. Die Küstenlinie reicht von Buchten mit ruhigem blauem Wasser bis zu guten Surfstränden, wo das Wasser mit mehr Wellengang für einen bräunlichen Farbton sorgt.

Vitória
Vitória 
Vila Velha
Vila Velha

Vitória, die Hauptstadt, ist eine wirklich reizvolle und sympathische Stadt. Wer vieles schon kennt, Zeit hat, vielleicht auf dem Landweg reist und die Küstentour wählt, der sollte Vitória nicht links liegen lassen. Den schönsten Panorama-Blick und einen ersten Eindruck von der Struktur der Inselgruppe gewinnt man von der durch Luxusvillen geprägten Ilha do Boi aus, die man über eine Brücke erreichen kann. Um einen Eindruck vom historischen Teil der Stadt zu gewinnen, empfiehlt sich ein Spaziergang durch die Oberstadt "Cidade alta". Der Ortskern erschliesst sich leicht zu Fuss, alle touristischen Sehenswürdigkeiten sind, für brasilianische Verhältnisse recht ungewöhnlich, durch Hinweisschilder angezeigt. Ausgangspunkt sollte die schöne Praça Costa Pereira sein, ein in den 20er Jahren geschaffener Platz, umsäumt von acht gewaltigen, ca. hundertjährigen Palmen. Vor dort erreicht man in wenigen Schritten die vier wichtigsten historischen Bauwerke Vitórias. Gleich am Platz befindet sich das älteste Schauspielhaus von Espírito Santo, das Teatro Carlos Gomes von 1927, eine Replik der Mailänder Scala. Kulturell interessant ist vor allem die Kapelle Santa Luzia aus dem Gründungsjahr der Stadt 1551, die älteste Kirche des Ortes, heute auch Kunstgalerie, ferner die Catedral Metropolitana von 1918, eine grosse Kirche in gotisch-byzantinischem Stil mit sehr schönen und wertvollen Fenstergläsern.

13km südlich von Vitória, zu erreichen über die 3,3km lange Terceira Ponte - Dritte Brücke, liegt das 1535 gegründete Städtchen Vilha Velha. Diese Stelle war die erste, die in Espírito Santo besiedelt wurde. Interessant ist es, zum Convento da Penha hinaufzusteigen, gelegen oben auf einem 154m hohen Granitfelsen, um die Ausblicke zu besichtigen. Bei den Einheimischen ist das Städtchen vor allem beliebt wegen seiner 32km langen Strände. Der grösste und schönste Strand ist die Praia da Costa, der nicht weit vom Konvent entfernt liegt. Historische Sehenswürdigkeiten jedoch und bedeutsamstes religiöses Monument der Capixabas ist das Eremitenkloster Conventro da Penha - 1558 -. Das Kloster liegt idyllisch auf einem 154m hohen Felsen mit einem grandiosen Blick auf Vilha Velha sowie auf die ganze Bucht von Vitória.

Fährt man man weiter ins Landesinnere, trifft man auf Domingos Martins, gelegen 41km westlich von Vitória und auch als Campinho bekannt, ein kleiner Ort, der im Jahre 1847 von Deutschen gegründet wurde. Übersät mit Fachwerkhäusern, ist der Ort ein angenehmes Rückzugsgebiet in den Bergen mit frischer Luft und eignet sich gut, um die Bäche und Wälder in den Bergen der Umgebung zu erkunden. Am Südende des Ortes liegt das Haus von Roberto Kautsky, einem hingebungsvollen Botaniker, der, in seinem Schutzgebiet an einem Berghang, über 100 Arten von Orchideen gezogen hat. Im Museum, dem "Casa de Cultura", in der Ortsmitte gelegen, sind Gegenstände der ersten Siedler und etliche ihrer Werkzeuge ausgestellt. Eine musikalische Wasseruhr, die mit den Fingern der 12 Apostel verziert ist, kann man sich beim sieben Kilometer vom Ort entfernten Hotel ansehen.

Weiter landeinwärts, etwa 80km nordwestlich von Vitória, findet sich in ebenfalls reizvoller Berglandschaft das nette, von italienischen Einwanderern geprägte Städtchen Santa Teresa. Der kleine Ort zeichnet sich durch einen schönen, Blumenbewachsenen Platz, kühles Gebirgsklima und Weinbau aus. Das Museum "Biológico de Professor Melo Leitão" repräsentiert das Lebenswerk von Augusto Ruschi, eines Ökologen und weltweit bekannten Fachmannes für Kolibris, der 1968 gestorben ist, nachdem er von einem Frosch vergiftet worden war. Zum Museum gehören auch ein kleiner Zoo, ein Schmetterlingsgarten, eine Schlangenfarm sowie eine grosse Zahl von Orchideen und anderen Pflanzen.

Teatro Carlos Gomes
 Teatro Carlos Gomes

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