|
Brasília wurde im Jahre 1956 in Folge der
Entscheidung geschaffen, die Hauptstadt Brasiliens in eine zentraler
gelegene Region um zuverlegen. Somit wurde die Stadt zum
geschichtlichen Meilenstein der Städteplanung. Der Urbanist Lúcio
Costa zusammen mit dem Architekten Oscar Niemeyer vereinte damit
alle in dieser Stadt: angefangen beim Entwurf der Wohn-, Gewerbe-
und Verwaltungsbereiche bis hin zur Symmetrie der Gebäude:
vorgesehen war ein absolut harmonisches Design wiederzuspiegeln, in
welchem die öffentlichen Verwaltungsgebäude eine Attraktion für sich
darstellen sollten.
Das Ergebnis dieses Projektes, welches vom Reissbrett des Urbanisten
und Architekten her stammte, stellt ein unvergessliches Beispiel
moderner Architektur dar, was im selben Augenblick monumentale und
leichte Züge besitzt. Es zeugt von formaler Kühnheit, Funktionalität
sowie unabdingbarer, ästhetischer Schönheit geprägt in gleicher
Weise mit einem einschlägigen Äusseren. So, wie es seine Urheber,
der Ex-Präsident Juscelino Kubitschek es ich vorgestellt hatte.
|
 |
 |
Als erste architektonische und zeitgenössische
Stadt ihrer Art wurde Brasília von der UNESCO zum Humanitären Erbe
ernannt. Die neue Hauptstadt Brasiliens wurde mit dem Gedanken
entworfen über mehrer grossflächige Grünflächen zu verfügen, welche
einen Ausgleich zwischen Natur, Gebäuden und dem Menschen
darstellen. Ein künstlich angelegter See, der Paraná, mit seiner
49km langen Ausdehnung, bricht die Dürre dieses zentralen
Hochgebirges. An seinen Ufern spiegeln sich einige der
Freizeitattraktionen aus der Hauptstadt wieder. Diese ermöglichen
besonders die Ausübung des Wassersports.
Die Stadt beherbergt sämtliche Auslandsvertretungen mit ihren
Konsulatsgebäuden. Diese richten sich jeweils nach den
architektonischen Normen eines jeden Landes, was daraus eine
überraschende sowie angenehme Mischung macht.
Wie als ob sie über einen eigenen Kalender verfügen würde, ist die
Stadt in jeder Jahreszeit mit verschiedenen Farben bedeckt. Mit
Rosa, in der Zeit der Baumspezies Paineiras; mit Gelb, wenn die Ipês
blühen und mit Rot, Braun und Lila, wenn die Bougainvilleas
überwiegen. Die Trockenperiode, welche sich zwischen Mai und
September erstreckt, macht den Sonnenuntergang zum alltäglichen
Erlebnis. In den Nächten des Vollmonds inspiriert der erleuchtete
Himmel zu Festen an der frischen Luft sowie Spaziergängen im
Stadtpark.
Sehenswürdigkeiten:
Torre de Televisão
-
Fernsehturm: Von 08:00-20:00 Uhr geöffnet;
kostenloser Aufzug.
Der erste empfehlenswerte Besichtigungspunkt, den man keinesfalls
auslassen sollte, ist der Fernsehturm an der höchstgelegenen Stelle
der Avenida Monumental, die das
Stadtzentrum
durchzieht.
Nachts ist der Besuch besonders lohnend. Genau gegenüber ragen die
beiden Kongresstürme in den Himmel: links der Senat und die Abgeordnetenkammer.
Davor der Busbahnhof und zu beiden Seiten die beiden grössten Einkaufszentren
Südamerikas. Dies ist der Belebteste Ort in der ganzen Stadt.
Catedral - Kathedrale:
Ihre Symbolik ist umstritten: Dornenkrone Christi, Blüte, betende
Hände oder Krone Marias werden Interpretation angeboten. Unumstritten
gilt der Bau als Meisterwerk Niemeyers. Vor dem unterirdischen Eingang
stehen moderne Steinskulpturen der vier Evangelisten. Der Eingang
liegt im Schatten, um die Gläubigen vom Dunkeln ins Helle zu führen.
Im Inneren ist die kreisrunde Kathedrale ganz schlicht. Keine Verziehrungen,
keine Ausschmückungen stören die meditative Atmosphäre. Ein Altar,
helle Plastikstühle und drei grosse Engelsfiguren von João Ceschiatti,
die unter der Kuppel hängen - das ist alles.
|

Catedral |

Engelsfiguren unter der Kuppel |
Congresso
Nacional:
Geöffnet von Mo.-Fr. 14:00-17:00 Uhr
Oscar Niemeyers eigentliches Meisterwerk. Hier lässt sich am ehesten
sein architektonisches Konzept nachvollziehen, die konvexen und
konkaven Linien bzw. das utopisches Element der "fliegenden
Untertassen" beweisen am deutlichsten seine Antihaltung gegenüber
rigiden Modellen der Bauhaus-Architektur sowie rationalistischen
Gestaltungen der Postmoderne. Im Innern befinden sich zahlreiche
Kunstwerke und Kostbarkeiten.
Igreja
Dom Bosco:
Von allen bedeutenden Gebäuden
Brasílias ist diese Kirche mit der schönsten Innenarchitektur versehen.
Die "Kirchenmauern" sind von oben bis unten aus nuancenreichen
blauen und malvenfarbigen Glasstücken zusammengesetzt. Ein enormer
Leuchter aus Bergkristall dient als Gegengewicht zum architektonischen
Gefüge. Manche Leute bestätigen, dass der Leuchte erst drei Jahre
nach Fertigstellung der Kirche angebracht wurde.
Kubitschek-Denkmal:
Im Inneren des Denkmals befindet sich eine kleine Fotoausstellung,
die von den Projekten des Ex-Präsidenten berichtet. Sein Grabmal
in der Mitte des Bauwerks umgibt ein üppiger Zierrat.
|

Congresso Nacional |

Palácio do Itamaraty |
Palácio
do Itamaraty - Itamarati-Palast:
Geöffnet Mo.-Fr. um 10:00 und 16:00 Uhr Führung
Es ist eines der elegantesten Gebäude Brasílias; das Aussenministerium.
Zierliche, schlanke Bogenkolonnen tauchen aus dem Wasser auf und
scheinen sich in seinen Spiegelungen zu verlängern, was dem Baukörper
eine harmonische Leichtigkeit verleiht. Im Bassin stellt eine meteorenförmige
Skulptur die fünf Erdteile dar. An der Seite des Itamarati fällt
ein längliches Gebäude auf, das sich aus Hunderten von gelben, orangefarbenen
und braunen Kacheln zusammensetzt. Hierbei handelt es sich um das
Werk Sergio Bernades, dem Lieblingsarchitekten von Präsident Quadros.
Dieser zeigte sich nicht damit einverstanden, dass Niemeyer alleiniger
Baumeister von Brasília sein sollte.
Palácio do Planalto: Besichtigung
Freitag von 09:00-11:00 Uhr und 15:00-17:00 Uhr - jedoch nur von
aussen möglich -
Sitz der Exekutivgewalt, ein weiteres Projekt von Oscar Niemeyer
Praça dos Três Poderes -
Platz der drei Gewalten: Besichtigungsmöglichkeit von 09:00-12:00
Uhr und von 14:00-17:00 Uhr, samstags und sonntags nur nachmittags.
Hier haben die drei Gewalten ihren Sitz. Die Judikative (Justiz),
Legislative (Parlament) und Exekutive (Regierung), eine Reihe architektonisch
bemerkenswerter Gebäude. Zunächst einmal Senat und Abgeordnetenkammer,
gebildet aus zwei Aneinandergeklebten Bauwerken und zwei überdimensionalen
"Schüsseln": die umgedrehte ist der Senat, die andere,
zum Himmel hin geöffnet, das Abgeordnetenhaus. Hier arbeiteten die
Volksvertreter 1988 bis spät in die Nacht und sogar an Wochenenden
die neue brasilianische Verfassung aus.
Planaltina:
Für historisch Interessierte ist ein Abstecher ins 40km entfernte
Planaltina empfehlenswert. In dieser noch zum Bundesdistrikt gehörenden
Stadt kann der bereits 1922 angebrachte Gründungsstein des zukünftigen
Regierungsdistrikts besichtigt werden sowie ein historisches Museum
mit Dokumenten über die Entstehung Brasílias.
|
 |
 |
Was man nicht versäumen sollte:
-
Eine Rundfahrt durch die Esplanade der
Ministerien, wo man auf einen der schönsten von Oscar
Niemeyer geschaffenen Gebäudekomplexe stösst. Der Platz Praça
dos Três Poderes vereint drei Paläste, welche auch Hauptsitz des
Präsidentschaftsgebäudes, der Kammer und des Senates sowie des
Obersten Gerichtshofes darstellen. In der Esplanade der
Ministerien befinden sich auch der Palast Itamaraty sowie der
Regierungspalast.
-
Einen Besuch der Kathedrale, deren
Form betende Hände vermuten lässt. Mit Glasscheiben bedeckt, ist
ihr Inneres für einen Ort des Gebetes ungewöhnlich.
-
Eine Aufführung im Nationaltheater
Brasílias zu erleben. Jenem modernen Gebäude in
Pyramidenform, welches sich von den naheliegenden Bauten abhebt
und die drei wichtigsten Zuschauersäle der Stadt beherbergt.
-
Einkäufe auf der Feira da Torre de TV -
Funkturmmarkt - zu tätigen, wo man die grösste Vielfalt an
Kunsthandwerk der Hauptstadt antrifft und auch der Genuss
regionaler Speisen möglich wird.
-
Besuch im Nationalmuseum von Gemas,
welches sich innerhalb des Funkturms befindet. In diesem Museum
können auch die in der umliegenden Region vorrätig vorhandenen
Halbedelsteine und Kristalle erworben werden.
-
Eine Schiffsrundfahrt durch den Lago
Paranoá
|
|




Bildband
Brasília
 |