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Projeto Tamar - Projekt zum Schutz der Meeresschildkröten

   
     
Projeto TamarTAMAR ist eine Abkürzung für Tartaruga Marinha, übersetzt Meeresschildkröte. Das sehr erfolgreiche Projekt wurde 1980 von IBAMA (brasilianische Umweltschutzorganisation) begonnen und, als es schnell grösser wurde, durch eine gemeinnützige Stiftung - der Fundação Pró Tamar - unterstützt, die Geld sammelt und das Projekt Tamar mit verwaltet.

Ziel:
Bestandssicherung der vom Aussterben bedrohten fünf Arten von Meeresschildkröten:  der Echten Karettschildkröte, der Unechten Karettschildkröte, der Bastardschildkröte, der Suppenschildkröte und der Lederschildkröte.
Ziele der Schildkrötenhaltung und -ausstellung sind die Aufklärungsarbeiten vor Ort, die praktische Arbeit für Studenten sowie die Erforschung der interessanten Meeresreptilien.
Aufklärende Informationen sind wichtig, die Strände von Bahia werden immer mehr von Einheimischen aus dem Landesinneren als Feriendomizil gewählt. Diese Touristen können gezielt informiert und aufgeklärt werden. Dass diese mühevolle Aufgabe nicht immer Früchte trägt, sieht man spätestens am Flughafen, wenn auf dem Gepäckband ein stattlicher Schildkrötenpanzer erscheint - mit dem Aufkleber "Zerbrechlich"!

Hintergrund/Inhalt:
Die brasilianische Naturschutzorganisation Tamar unterhält 20 Stationen zum Schutz der Meeresschildkröten entlang eines 1.100km Küstenstreifens. Neben der Überwachung und dem Schutz der Schildkröten sind eine breit angelegte Umweltbildungskampagne und der Aufbau alternativer Einkommensquellen wichtige Projektbestandteile. Inzwischen werden über Pró Tamar bereits über 400 Personen beschäftigt. Das Programm gilt als eines der erfolgreichsten Naturschutzprojekte Brasiliens.

Das Wissen um die Seeschildkröten war zunächst sehr spärlich. Es gab keine Informationen über die hier vorkommenden Arten, deren Anzahl und genauem Nistgebiet, den abgelegten Eiern und den daraus geschlüpften Jungtieren. Als 1980 das Projekt TAMAR gegründet wurde, gab es also ein vorgezeichnetes, dringend zu klärendes Tätigkeitsfeld: Das Programm identifizierte zunächst die Eiablageplätze, um anschliessend Forschungs- und Schutzgebiete einzurichten. Um auch die Schlüpflinge besser zu schützen, errichtete man 1991 die heutige Aufzucht- und Informationsstation.
Die Forscher von Tamar schützen rund 500 Gehege jedes Jahr entlang der Küste. Die Eier, feuchte, ledrige Kugeln in der Grösse von Tischtennisbällen, werden in umzäunten Gebieten zum Brüten im Sand vergraben oder in Brutküsten gelegt. Wenn die Schildkröten schlüpfen, werden sie sofort im Meer ausgesetzt.

Von den 60km Strand unter der Verwaltung des Projektes Tamar in Bahia werden 13km allein von Wissenschaftlern patrouilliert, der Rest durch gemeinsame Bemühungen von Fischern, also den gleichen Leuten, die früher die Eier der Schildkröten als Verpflegung einsammelten und die nun unter Vertrag genommen wurden, um die Eier für die Wissenschaftler zu bergen.
 

Projeto Tamar

Projeto Tamar

Projeto Tamar - Praia do Forte
Der Besucherabschnitt hat mehrere Schaubecken, Informationstafeln und ein kleines Museum. Schautafeln - in portugiesischer und englischer Sprache - werden durch konservierte Schildkrötenbabys sowie Schädel- und Skelettpräparate vervollständigt. In einem der Räume können die Besucher einen Themenbezogenen Videofilm ansehen, jedoch läuft dieser nur in portugiesischer Sprache.

Gleich neben den Museum befindet sich eine Sandfläche, in dem die eingesammelten Eier vergraben sind. Jedes der dorthin verbrachten Gelege wird durch einen runden Gitteraufsatz markiert. Hier werden jedes Jahr die Eier von etwa 300 Nestern bebrütet, das entspricht einer "Produktion" von 22.000 Schildkrötenbabys jährlich! Jeweils 120 bis 130 Eier werden 50 cm tief vergraben und in der Wärme des sonnenbeschienenen Sandes 45 bis 60 Tage bebrütet. Zwei- bis dreimal pro Nacht werden die Nester von Biologen kontrolliert. Sie überwachen den Schlupf und entlassen die Schildkrötenbabys in das Meer. Das kontrollierte Ausbrüten und das überwachte Freilassen der Schlüpflinge erlauben es, die Einflüsse der natürlichen Feinde zum grossen Teil auszuschalten. Vögel, Krabben, oder Raubsäuger haben kaum eine Chance, die Eier oder Schildkröten zu erbeuten.

Der Handel mit vom aussterben bedrohten Meeresschildkröten ist verboten, allerdings werden ihre Panzer immer noch auf dem Mercado Modelo von Salvador verkauft. Zudem sind in Sergipe Schildkröteneier immer noch beliebte Vorspeisen.

 

Übersicht
Salvador de Bahia
Salvador und Strände
Pelourinho
Lençois
Itacaré
Ilha de Itaparica
Ilha de Tinharé
Praia do Forte
Costa do Descobrimento
Chapada Diamantina
Marinho dos Abrolhos
Monte Pascoal
Projeto Tamar

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