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Nur
eine kleine Gruppe schwarzer Männer und Frauen war es, die im Karneval
1975 mit dem Lied "Welcher Bloco ist das, möchte ich gern wissen,
es ist Ilê Aiyê, die schwarze Welt...wir sind verrückte Kreolen,
und wir sind völlig o.k., wir haben krause Haare...Weisser, wenn
du wüsstest welchen Wert der Schwarze hat, würdest du in Teer baden,
um auch schwarz zu sein...", mit Trommeln und Rasseln in afrikanisch
anmutenden Gewändern durch die Strassen zog. Die bahianische Öffentlichkeit
war entsetzt und die Lokalzeitung hielt den "Block des Rassismus"
für ein "ein besonderes hässliches Schauspiel". In Curuzu,
einem der populärsten Stadtteile Salvadors, hatte eine Gruppe von
jungen Männern die Idee, einen Karnevalsclub nur für Schwarze zu
gründen. Hintergrund war, dass schwarze Brasilianer in vielen der
grossen Vereine nicht Mitglied werden durften. Am Karneval beteiligten
sie sich bis dahin vor allem als nordamerikanische
Indianer
verkleidet in den sogenannten Indianergruppen. Von
diesen Blocos de Indio gibt es heute nur noch zwei; die Apaches
do Tororó und die Comanches do Pelô. Der Bloco Afro Ilê Aiyê trat
an, den schwarzen Bahianern einen Platz im von Weissen dominierten
Karneval (zurück)zuerobern. Die Männer und Frauen besannen sich
auf ihre afrikanische Herkunft und brachten dies auch äusserlich
zum Ausdruck: Sie tauschten die Jeans mit der weiten afrikanischen
Bata und die Kraushaare wurden zu kunstvollen, mit Muscheln geschmückten
Zopffrisuren geflochten. Von Anfang an war den Weissen die Mitgliedschaft
bei Ilê verwehrt.
Mit Ilê Aiyê begann die Reafrikanisierung des bahianischen Karnevals.
In den folgenden Jahren wurden eine Reihe weiterer Blocos Afros
und Afoxés gegründet. Jede Gruppe entwickelte ihren eigenen Stil
- musikalisch, politisch, kulturell.
Jedes Jahr wählt der Bloco eine afrikanische Nation als Thema und
führt so zu einer Reihe von Aktivitäten, die mit einer Aufwertung
der afrobrasilianischen Kultur einhergeht: Soziologen und Intellektuelle
sammeln in Botschaften, Bibliotheken und bei Forschern das nötige
Material, Komponisten schreiben ihre Lieder dazu, Schneider lassen
sich für die Kostüme von afrikanischen Mustern und Schnitten inspirieren,
Tänzer versuchen Informationen über die afrikanischen Tanztraditionen
zu bekommen.
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