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Massnahmen und Bekämpfung des Dengue-Fieber

   
     

Epidemiologische Bewertung des Dengue-Fiebers

Die bisher verfügbaren Daten des brasilianischen Gesundheitsministeriums legen für das laufende Jahr einen Rückgang der Dengue-Verdachtsfälle um 35% nahe. Im Januar dieses Jahres wurden 21.503 Infektionen registriert, gegenüber 33.263 im Januar 2001. Ein Anstieg der Fälle in absoluten Zahlen wurde im Südosten und im Mittleren Westen, d.h. in den Staaten Rio de Janeiro, Mato Grosso do Sul und Goiás beobachtet. Im Nordosten wurde die grösste Zahl der Fälle in Pernambuco (1.169) verzeichnet, das entspricht einem Anstieg von 27% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Im Norden wurden lediglich im Staat Amapá mehr Fälle als 2001 registriert, und zwar 115 gegenüber 3 im Vorjahr. Roraima weist zwar mit 400 Fällen die meisten Dengue-Verdachtsfälle im Norden auf, dies entspricht jedoch einem Rückgang um 71% gegenüber 2001. Im Januar dieses Jahres wurde die Verbreitung des Virus DEN-3 festgestellt.

In den Staaten Santa Catarina und Rio Grande do Sul fehlen die Bedingungen für die Verbreitung des Virus'. In steigendem Masse wurde der Erreger jedoch vor allem aus dem Südosten eingeschleppt. In Paraná, wo es in der Vergangenheit schon zu Infektionen durch die Überträgermücke gekommen war, sind in diesem Jahr lediglich eingeschleppte Krankheitsfälle festgestellt worden.

Im Januar wurden 333 Fälle der hämorrhagischen Form des Dengue-Fiebers (DHF), festgestellt, etwa die Hälfte der Zahl des Vorjahres (675), der Schwerpunkt der Infektionen lag mit 169 Fällen im Bundesstaat Rio de Janeiro, gefolgt von Goiás, Mato Grosso do Sul und Pernambuco. Die Staaten und Gemeinden mit der höchsten Infektionsdichte sollten die Bekämpfung der Überträgermücke verstärken; wo die Ausbreitung der Krankheit eingedämmt ist, gilt es, wachsam zu bleiben und die Überträgermücke weiter zu bekämpfen, um einer erneuten Verbreitung den Boden zu entziehen.

Massnahmen des brasilianischen Gesundheitsministeriums zur Bekämpfung des Dengue-Fiebers

Zur Bekämpfung der Aedes-Mücke (Aedes aegypti), die das Dengue-Fieber überträgt, hat das brasilianische Gesundheitsministerium über die Gesundheitsstiftung FUNASA (Fundação Nacional de Saúde) in der Zeit von 1997 bis 1998 den Gesundheitsministerien der Bundesstaaten R$ 124,6 Millionen zur Verfügung gestellt. Von diesen Mitteln wurden u.a. 3.366 Fahrzeuge, 681 ULV-(Ultra-Light-Volume)Geräte zum Versprühen von Insektiziden, 412 Mikrocomputer und 228 Mikroskope angeschafft, Fachleute ausgebildet und Aufklärungskampagnen durchgeführt.
Das Gesundheitsministerium hat im Jahr 1997 auf vertraglicher Basis 3.700 Gemeinden mit R$ 121,2 Millionen unterstützt. Im Jahr 1998 belief sich die Förderung auf R$ 124,3 Millionen und 1999 auf R$ 186,2 Millionen. Mit den Geldern wurden Spezialisten unter Vertrag genommen, die den Dengue-Erreger fachmännisch und grossräumig bekämpfen sollen. Im Jahr 2000 wurde für die Bekämpfung und Eindämmung von Epidemien ein eigener Haushaltstitel geschaffen, der den Gesundheitsbehörden der Bundesstaaten und Gemeinden R$ 338,1 Millionen zugeführt hat. Im Jahr 2001 beliefen sich diese Mittel auf R$ 534,6 Millionen, von denen vermutlich 70% für die Bekämpfung des Dengue-Fiebers eingesetzt worden sind.
Gleichzeitig führt das Gesundheitsministerien Aufklärungskampagnen durch, um die Bevölkerung stärker in die Präventivmassnahmen einzubinden. Allein im letzten Quartal 2001 und im ersten Quartal 2002 sind R$ 20 Millionen in diese Kampagnen geflossen.
Das Gesundheitsministerium hat in allen Bundesstaaten Labors in die Lage versetzt, das Dengue-Fieber zu diagnostizieren und stellt den staatlichen Zentrallabors (Laboratórios Centrais LACEN) die hierfür erforderlichen Ausrüstungen zur Verfügung. Mit der Unterstützung der FUNASA und der FIOCRUZ (Fundação Oswaldo Cruz, öffentliche Stiftung, die dem Gesundheitsministerium untersteht und insbesondere die medizinische Forschung, Vorsorge und Versorgung fördert) wurden Testkits entwickelt, die in Kürze verfügbar sein werden und mit dem die Untersuchungen schneller und mit weniger Aufwand durchgeführt werden können. Im ganzen Land wurde eine ständige Laborüberwachung eingerichtet, die dazu dient, den jeweils virulenten Erregertyp festzustellen. Hierdurch wurde es beispielsweise ermöglicht, den Dengue-Erreger vom Typ 3 zu Beginn des Jahres 2001 in Rio de Janeiro frühzeitig zu identifizieren.
Im Zeitraum 1997-2001 setzte das Gesundheitsministerium Finanzmittel in Höhe von R$ 86,6 Millionen für Insektizide ein, die in den Bundesstaaten und Gemeinden zum Einsatz kommen.
In verschiedenen Teilen des Landes unterstützt das Ministerium Einrichtungen der Dengue-Forschung, um durch neue Erkenntnisse Prävention und Kontrolle effektiver zu gestalten. Allein im Jahr 2001 wurden 31 Forschungsprojekte mit einem Etat von R$ 484.000 abgeschlossen.
Gleichzeitig werden technische Normen systematisch überprüft, um die erforderliche Einheitlichkeit und Wirksamkeit der Kontrollmassnahmen gegen die Verbreitung von Dengue-Fieber sicherzustellen. Im vergangenen Jahr hat die FUNASA ein Handbuch zur Bekämpfung des Dengue-Erregers herausgegeben, das dem Fachpersonal detaillierte Informationen zur Durchführung breit angelegter Kampagnen an die Hand gibt.
Gemeinsam mit der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation - PAHO hat das brasilianische Gesundheitsministerium im September 2001 ein Seminar veranstaltet, auf dem namhafte Experten aus verschiedenen Ländern ihre Erfahrungen im Kampf gegen die Überträgermücke Aedes aegypti ausgetauscht haben. Die Seminarteilnehmer stimmten u.a. darin überein, dass Dengue eine Herausforderung darstelle, die unbedingt in verstärktem Masse gemeinsam angegangen werden müsse, um die Krankheit erfolgreich zurückzudrängen.

Massnahmen, die im Rahmen des Plans zur verstärkten Dengue-Bekämpfung (Plano de Intensificação das Ações de Controle da Dengue - PIACD) getroffen werden:
Ankauf von 2082 Fahrzeugen für die 25 brasilianischen Bundesstaaten, die unter den PIACD-Plan fallen.
Ankauf von 321 Mikroskopen zur Identifizierung der Überträgermücke Aedes aegypti in besonders gefährdeten Gemeinden.
Ankauf von 143 grossen ULV-Feinsprühgeräten, die ultrafeine Tröpfchen versprühen und 704 tragbaren ULV-Sprühgeräten, mit deren Hilfe die Ausbreitung von Dengue unterbunden werden soll.
Im Rahmen des Gesundheitsprogramms "Gesunde Familie": Ausbildung von 89.000 öffentlichen Gesundheitshelfern (Agentes Comunitários de Saúde), die eingesetzt werden, um potentielle Brutstätten der Überträgermücke etwa in städtischen Ballungsräumen zu beseitigen und um Dengue-Verdachtsfällen nachzugehen.
Einstellung und fachliche Einweisung von 30 Vertretern der Bundesstaaten, die als "Grupo Tarefa" (Task Force) bezeichnet werden und die Aufgabe haben, die Gesundheitsministerien der Bundesstaaten und die Gesundheitsbehörden der Gemeinden in 657 besonders gefährdeten Kommunen bei der Umsetzung des Dengue-Bekämpungsprogramms PIACD zu unterstützten.
Konzipierung und Umsetzung eines neuen Modells der Seuchenüberwachung, das in den Gesundheitsministerien der Bundesstaaten und den Gesundheitsbehörden der Landeshauptstädte umgesetzt werden soll. Dabei sollen Computerprogramme zum Einsatz kommen, mit deren Hilfe die Überwachung verbessert und ein vermehrtes Auftreten der Krankheit umgehend festgestellt werden kann. Auf diese Weise wird es möglich, schneller über eine eventuell erforderliche Intensivierung der Kontrollmassnahmen zu entscheiden.
Entsendung einer 18köpfigen Task Force und von etwa 1000 Gesundheitshelfern, die sich andernorts im Einsatz befinden und die in Rio de Janeiro laufende Dengue-Kampagne unterstützen sollen.

Zusätzliche Massnahmen im Kampf gegen das Dengue-Fieber:

Landesweite Massnahmen:

• Aufruf an die Gesundheitsbehörden der Bundesstaaten und Gemeinden, den Kampf gegen das Dengue-Fieber weiter zur intensivieren.

• Gewährung zusätzlicher Finanzmittel.

• Schaffung eines Bundesamtes zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten. Diese Agência Federal de Prevenção e Controle de Doenças übernimmt von der FUNASA die Aufgabe, alle Massnahmen im Kampf gegen Dengue auf Bundesebene zu koordinieren. Über neue Strukturen soll somit den Herausforderungen von Erkrankungen wie Dengue besser begegnet werden.

Besondere Massnahmen in Rio de Janeiro:
Mit einem Aktionstag gegen das Dengue-Fieber sollen alle nur möglichen Kräfte mobilisiert werden, um einen verstärkten Kampf gegen die Krankheit zu führen: So soll in einer Wochenendaktion eine grosse "Reinigungskampagne" stattfinden, um potentielle Brutstätten der Überträgermücke in Wohnvierteln, an Arbeitsstätten und im öffentlichen Raum zu beseitigen. Hierfür sollen im Vorfeld Medien und andere Multiplikatoren aktiviert werden. Alle Lehrer der städtischen und bundesstaatlichen Schulen werden an einer besonderen Fortbildung teilnehmen und anhand des bereits für die Gesundheitshelfer erstellten Informationsmaterials auf den neuesten Kenntnisstand über die erforderlichen Präventivmassnahmen gebracht. Am Aktionstag soll dann in allen Schulen Rio de Janeiros eine Unterrichtsstunde ganz im Zeichen der Dengue-Aufklärung stehen.

Verstärkung der grossräumigen Anti-Dengue-Kampagnen:

Bewilligung von Finanzmitteln für den Einsatz von 3.500 zusätzlichen Kräften, von denen 1.500 vom Heer und von der Marine bereitgestellt worden sind und etwa 2.000 von den Stadtverwaltungen im Bundesstaat Rio de Janeiro unter Vertrag genommen werden. Gegenwärtig sind etwa 7.000 Personen im Einsatz, von denen 3.500 Mitarbeiter der FUNASA sind, von denen wiederum 2.500 in die Gemeinden entsandt werden und 1.000 von den Task Forces anderer Bundesstaaten nach Rio abgezogen werden. Die übrigen 3.500 Personen sind unmittelbar von den Gemeinden unter Vertrag genommen worden. Mit diesen zusätzlichen Helfern werden es 10.500 Personen sein, die sich ausschliesslich dem Kampf gegen Dengue widmen.
Einsatz von 6.600 Gesundheitshelfern (Agentes Comunitários) des Staates Rio de Janeiro, die bereits Erfahrungen bei der Durchführung von Präventivmassnahmen sammeln konnten und bei der Beseitigung der Brutstätten der Aedes-Mücke Hilfestellung leisten.
Bereitstellung von 75 "schweren" und 160 tragbaren ULV-Sprühgeräten, die in den besonders gefährdeten Gebieten zum Einsatz kommen sollen, um die Übertragungskette so schnell wie möglich zu unterbrechen.

Verbesserung der medizinischen Versorgung:

Weiterbildung für Ärzte zur verbesserten Diagnose und Behandlung der hämorrhagischen Form des Dengue-Fiebers. Hierbei leisten die Brasilianische Gesellschaft für Infektiologie (Sociedade Brasileira de Infectologia) und der Regionale Medizinrat (Conselho Regional de Medicina) wertvolle fachliche Unterstützung.

• Sicherstellung der Deckung der Behandlungskosten durch private Krankenversicherungen.

• Ausbau der Notfallbehandlung im Rahmen der öffentlichen und privaten medizinischen Versorgung, wie sie im sogenannten "Sistema Ùnico de Saúde" festgeschrieben ist.

• Ausweitung der Laborkapazitäten durch Rückgriff auf die vom Heer und der Marine betriebenen Labors.

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