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Darminfektionen

   
     

Zwischen 20 - 50% aller Reisenden leiden zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Reise unter Durchfällen. Hierbei ist auch der klassische Reisedurchfall mehr als nur eine Unbequemlichkeit, da ca. 30% der so Erkrankten zeitweise ans Bett gefesselt sind und weitere 40% ihre Reisepläne zumindest kurzfristig ändern müssen. Für Kinder können solche Durchfälle eine akute Lebensbedrohung darstellen.

Die typischen Reisedurchfälle werden stark durch Klimaumstellungen, Zeitverschiebung, Umstellung des Wasserhaushaltes, ungewohntes Essen, fettige und ölige Speisen, Röststoffe, kalte Getränke in zu grosser Menge begünstigt. Bei den verantwortlichen Erregern handelt es sich meist um Bakterien oder Viren, die innerhalb von Stunden bis Tagen wieder aus dem Darm verschwunden sind, ohne dass eine spezifische Medikation (Antibiotika) eingenommen werden muss.

Die Vorbeugung gegen Reisedurchfälle beinhaltet Schutz des Oberbauches vor Auskühlung, insbesondere durch Klimageräte bei Nacht, Meiden von offenen Wassern und Säften, Eiswürfeln, Salaten und Meeresfrüchten. Im Erkrankungsfall sollte die Selbsttherapie primär mit einer körperlichen Schonung bis hin zur Unterbrechung der Reise beginnen.

Zur Behandlung sind oft Diät und Flüssigkeitszufuhr ausreichend. Tee mit Zucker und etwas Salz, Cola und eventuell Elektrolytlösungen bei starken Flüssigkeitsverlusten sorgen für einen ausgeglichenen Wasser- und Salzhaushalt des Körpers. Mit Nachlassen der akuten Beschwerden kann ein langsamer Nahrungsaufbau erfolgen: gekochte Haferflocken, Püree, Fleischbrühenextrakt, Nudeln, Reis, mageres Fleisch, Bouillon mit Ei, abgekochte Milch. Bananen stopfen und Ersetzen verlorenes Kalium. Alkohol, Zigaretten, scharfe oder fette Speisen sollten vermieden werden.

Medikamentös sollte primär eine rasche Auffüllung des Wasser- und Elektrolytverlustes durch ein Elektrolyt-Pulver, darüber hinaus die Anwendung eines Mittels gegen Durchfall  sowie gelegentlich auch gegen Bauchkrämpfe in Betracht gezogen werden. Stopfende Medikamente, die gegen Reisedurchfälle angeboten werden, sind mit Vorsicht zu geniessen. Sie vermindern zwar rasch die Beschwerden, aber damit auch die Fähigkeit des Körpers, die störenden Erreger der Durchfälle auszuscheiden. Handelt es sich um gefährliche Erreger, wie z. B. Shigellen oder Amöben , kann deren Ausbreitung sogar begünstigt werden. Generell nicht angewendet werden sollten stopfende Medikamente bei blutigen Durchfällen und bei Kindern unter 12 Jahren ohne ärztliche Betreuung.

Antibiotika sollten nur eingesetzt werden, wenn Fieber über mehr als eine Nacht auftritt, Blut im Stuhl zu sehen ist oder nach drei Tagen keine Besserung der Durchfälle erkennbar ist.

Durchfälle, die auch noch bei Reiserückkehr bestehen bzw. die im zeitlichen Zusammenhang mit einer zurückliegenden Reise auftreten, sollten auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden.

 

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