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Vom
Besuch von Elendsvierteln
"Favelas"
wird abgeraten. Während der Dunkelheit steigt die Gefährdung durch
Kriminalität insbesondere in weniger belebten Strassen, an Busbahnhöfen
sowie am Strand erheblich an. Es empfiehlt sich, Wertsachen, Kreditkarten
und grössere Geldbeträge im Hotelsafe zu deponieren und lediglich
kleinere Summen bei sich zu tragen. Auch der Reisepass sollte besser
im Hotel hinterlegt und stattdessen eine Fotokopie mitgeführt werden.
Hotels höherer Klasse bieten in der Regel mehr Sicherheit.
Ausserhalb der Hotels ist es ratsam, sich nicht durch auffällige
Kleidung, offenes Tragen von Schmuck, Fotoapparaten oder Videokameras,
laute Unterhaltung in Fremdsprachen etc. auf den ersten Blick als
Tourist zu erkennen zu geben. Bei der Benutzung von Linienbussen
(in einigen Fällen auch von Überlandbussen) ist wegen häufiger Überfälle
besondere Vorsicht geboten. Auch die U-Bahn in Rio
de Janeiro ist – anders als die von
São
Paulo –
nicht mehr zu empfehlen. Sicherer sind Taxis für innerstädtische
Strecken.
Bei Überfällen – auch und besonders durch Jugendliche – sollte jeglicher
Widerstand oder abrupte Bewegungen unbedingt vermieden werden, da
die Täter sich in der Regel durch hohe Gewaltbereitschaft auszeichnen.
Fast am wichtigsten ist, keine Angst zu haben, sich natürlich zu
bewegen und dennoch die Augen offenzuhalten. Diebe spüren schnell
den verunsicherten Neuling und wittern leichte Beute. Das Mitführen
kleiner Geldbeträge zur Befriedigung der Angreifer hilft oft, schwere
Verletzungen oder gar Tötungen aus Enttäuschung über zu geringe
Beute zu vermeiden. Die Polizei zu rufen, ist sinnlos, geraubte
Wertgegenstände gibt man bei der Policia do Turista an, um eine
Bescheinigung für die heimische Versicherung zu erhalten. Im Falle
eines - recht seltenen - Hoteldiebstahls reicht häufig auch eine
Bescheinigung der Hoteldirektion.
Allein bzw. nicht in Begleitung von Männern reisende Frauen haben
in Brasilien wenig zu befürchten, die Belästigung ist geringer als
gemeinhin angenommen. So ist z.B. eine Frau allein im Restaurant
oder einer Bar auch in den grossen Städten wie Salvador etwas Ungewöhnliches.
Sie wird vermutlich nicht lange einsam am Tisch sitzen. Wer keine
Lust dazu hat, dies durch freundliches, aber bestimmtes Auftreten
deutlich macht und ein klares "Nein, ich möchte keine Begleitung"
("Não, obrigada, não quero companhia") ausspricht, wird
unaufgeforderte Bewerber jedoch rasch los. Dennoch: das Mann-Frau-Verhältnis
ist gerade in Bahia
anders als
bei uns - traditioneller und gleichzeitig freier, man kokettiert
gerne. Brasilianer können sich nur schwer vorstellen, ohne Freunde
oder Bekannte etwas zu unternehmen. Deshalb haben alleine reisende
Frauen ausser dem "Stress", etwas Ungewöhnliches zu sein,
viele Vorteile und werden häufig von Männern und Frauen zu Festen
zu einem Besuch in der
Familie
eingeladen.
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